Starben für die USA

Trump spottet „entsetzlich“ über NATO-Truppen

Außenpolitik
23.01.2026 18:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hat Trump erneut das Andenken an gefallene Soldaten beschmutzt? Mit seinen jüngsten Aussagen über NATO-Truppen sorgte er speziell in Großbritannien und Polen für enormes Aufsehen – und viel Schmerz.

Der US-Präsident hat sich despektierlich zu NATO-Truppen in Afghanistan geäußert. In einem Interview mit dem Sender Fox News behauptete Trump erneut, dass die USA das Verteidigungsbündnis nie gebraucht hätten. Mehrere andere Bündnismitglieder hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch „ein wenig“ zurückgeblieben, „etwas abseits der Frontlinien“.

Der britische Premierminister Keir Starmer kritisierte die Äußerungen Trumps als „beleidigend“ und „entsetzlich“. Es sei nicht überraschend, „dass sie den Angehörigen der Getöteten und Verletzten und tatsächlich im ganzen Land so viel Schmerz bereitet haben“, sagte Starmer. Wenn er selbst sich derart falsch ausgedrückt hätte, würde er sich entschuldigen.

Worte „schwer zu ertragen“
Auch die Mutter eines britischen Veteranen äußerte sich empört. Sie sagte der Nachrichtenagentur PA zufolge, Trumps Äußerungen seien „so beleidigend, so schwer zu ertragen“.

Diese Szene sorgt für enormen Widerspruch:

Auch ein Sprecher des Premierministers rügte, dass der US-Präsident die Rolle der NATO-Truppen „zu Unrecht“ heruntergespiele. Verteidigungsminister John Healey erklärte: „Der NATO-Vertragsartikel 5 wurde bisher nur einmal aktiviert. Großbritannien und seine NATO-Verbündeten folgten dem Aufruf der USA. Dabei verloren über 450 britische Soldaten ihr Leben in Afghanistan.“

Und weiter: „Man sollte sich an diese britischen Truppen erinnern, weil sie Helden waren, die im Dienst unserer Nation ihr Leben gaben.“ 

Zur Erklärung: Nach den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel Fünf des NATO-Vertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere NATO-Staaten wie Großbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der NATO-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde.

Widerspruch auch aus Polen
Auch im EU- und NATO-Land Polen stießen Trumps Worte auf Widerspruch. Für die Verteidigung der internationalen Sicherheit hätten polnische Soldaten bei Einsätzen in Afghanistan und im Irak ihr Leben gelassen, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. „Dieses Opfer wird nie vergessen werden und darf nicht herabgewürdigt werden.“

Im Sender TVN24 erinnerte General Roman Polko daran, dass 43 polnische Soldaten und ein Zivilbeschäftigter der polnischen Armee ihr Leben im Afghanistan-Einsatz gelassen hätten. Weitere 22 polnische Soldaten fielen im Irak. „Und natürlich waren wir in der vordersten Linie“, sagte Polko, der sowohl in Afghanistan als auch im Irak im Einsatz war. „Aber die in der zweiten Linie – Ärzte, Logistiker – sind nicht weniger wichtig.“

Trump werde es nicht gelingen, die Geschichte zu verfälschen. „Liebe Veteranen, lasst euch nicht beleidigen von einem Mann, der sich wegen eines Fersensporns vor dem Wehrdienst gedrückt hat“, sagte Polko in Anspielung auf Trumps Verhalten während des Vietnam-Kriegs.

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