Nach 2 Kreuzbandrissen

Erstmals seit 2023 wieder auf das Podest gefahren

Wintersport
23.01.2026 18:50

Kreuzbandriss, WM-Medaille, Kreuzbandriss, Papa geworden - und jetzt wieder erstmals seit 2023 auf das Podest gefahren! Der sehbehinderte Tiroler Skifahrer Michael Scharnagl, der einen Vollzeitjob als Physiotherapeut hat und seine Ehefrau über das Skifahren kennenlernte, holte beim Paraski-Weltcup im deutschen Feldberg mit Guide Lilly Sammer einen zweiten und einen dritten Platz im Slalom.

Als Bub fuhr Michi in Kirchbirchl sehr viel Ski, nahm auch an Rennen teil. In der dritten Klasse der Volksschule informierte der Lehrer die Eltern, dass ihr Sohn nicht mehr gut von der Tafel lesen könne. Erster naheliegender Gedanke: Er braucht eine Brille.

Doch dann stellte sich heraus, dass Scharnagl schon seit der Geburt Morbus Stargardt hat. Bei dieser Makuladegeneration nimmt das Sehvermögen immer mehr mehr ab. Aktuell hat der 36-Jährige auf dem rechten Auge vier Prozent Sehvermögen, auf dem linken zwei Prozent. Davon merkt man beim Skifahren aber so gut wie nichts.

Michael Scharnagl fuhr in Feldberg erstmals seit 2023 wieder auf das Stockerl.
Michael Scharnagl fuhr in Feldberg erstmals seit 2023 wieder auf das Stockerl.(Bild: GEPA)

Guide Lilly ist erst 16 Jahre alt
Freitag fuhr er im zweiten Durchgang sogar Bestzeit. Für Michis Guide Lilly, 16-jähriger Schülerin im Schigymnasium Saalfelden, waren es in Feldberg die ersten Weltcup-Podestplatzierungen. Interessant: Sie ist in Elmau die Nachbarin von Paraski-Cheftrainer Manfred Widauer, kam auf Vermittlung von ihm zu Scharnagl. Der Tiroler schwärmt: „Mein früherer Guide Florian ist Papa geworden, ich war auf der Suche. Und dann kam Anfang der Saison Lilly. Das passt perfekt, sie fährt unglaublich gut Ski und ist ein toller Mensch.“

Ehefrau durch das Skifahren kennengelernt
Auch vom Coach hat Scharnagl eine sehr hohe Meinung: „Ein absoluter Fachmann in allen Belangen. Nicht umsonst hat er mit Felix Neureuther und Beat Feuz große Erfolge gefeiert. Er kennt Gott und die Welt, sorgt für perfekte Rahmenbedingungen. Und Paraskifahren ist jetzt nicht das prestigeträchtigste Projekt. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich so reinhaut wie Manfred.“

Durch das Skifahren hat Michael übrigens auch seine heutige Ehefrau Eva kennengelernt. Sie war im Paraski-Weltcup als Guide für die slowakische Fahrerin Alexandra Rexova unterwegs: „Bei einem Kaffee sind wir ins Gespräch gekommen.“ 2024 war privat das Traumjahr. Erst kam im Februar ihre Tochter zur Welt, ehe Eva und Michael im August heirateten.

Einst war Marco Friedl sein Patient
Neben dem Skifahren arbeitet Scharnagl, der schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich hat, als selbständiger Physiotherapeut. Seine Praxis Myo-Physiotherapie erfreut sich in Kirchbichl großer Beliebtheit. Einst war auch der heutige Fußball-Teamspieler Marco Friedl (Werder Bremen) sein Patient: „Das war, als er noch im Nachwuchs von Bayern München gespielt hat. Er kommt auch aus Kirchbichl, ich kenne seine Tante sehr gut.“

Nach der Ausbildung arbeitete Michi übrigens das erste Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff: „Ich wollte etwas von der Welt kennenlernen. Am schönsten war es in der Karibik.“ Seine Sehbehinderung ist für den Beruf sogar ein Vorteil: „Ich bekomme von meinen Patienten immer wieder das Feedback, dass mein Gespür besonders gut ist und ich ihnen sehr gut helfen kann.“

Jubel auch bei Aigner-Geschwistern und Elina Stary
Wieder eine Klasse für sich war in Feldberg Johannes Aigner, der mit Guide Nico Haberl beide Slalom-Rennen gewann. Seine Schwester Veronika holte mit Guide Elisabeth Aigner einen Sieg und einen zweiten Platz - so wie auch Elina Stary mit Guide Stefan Winter. Österreich ist im Skifahren mit Sehbehinderung überragend.

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