Ursache für Zugdrama?

30-Zentimeter-Riss auf Unglücksstrecke entdeckt

Ausland
20.01.2026 12:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem verheerenden Zugunglück im spanischen Andalusien steht ein Riss in den Gleisen im Fokus der Ermittlungen – dieser könnte durch eine defekte Schweißnaht verursacht worden sein. 41 Leichen wurden mittlerweile geborgen, die Behörden gehen jedoch davon aus, dass sich die Zahl noch auf 43 erhöhen könnte.

Am Sonntagabend waren die drei letzten Waggons des Hochgeschwindigkeitszuges des Herstellers Iryo, der mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde unterwegs war, entgleist und gerieten auf die Gegenfahrbahn. Just in dem Moment kam ein weiterer Zug entgegen – dessen Lokführer hatte gerade 20 Sekunden Zeit, um auf das Hindernis zu reagieren: Viel zu wenig, um eine Kollision zu verhindern. Einige der Waggons stürzten nach dem Crash einige Meter eine Böschung hinunter.

Menschliches Versagen unwahrscheinlich
Nun wird versucht herauszufinden, was das Unglück verursacht hat. Denn die Strecke war erst vor wenigen Monaten um Hunderte Millionen Euro saniert worden. Auch der Iryo-Zug war erst vier Jahre alt und wurde nur wenige Tage vor der Tragödie inspiziert. Bei der Untersuchung des Unfalls konzentriere man sich vor allem auf die Infrastruktur als auch auf die Teile des Unglückszugs, wie dessen Achsen, Räder, Federung und Bremsen. Vermutungen, dass der Zug zu schnell unterwegs gewesen sein könnte, konnten mittlerweile widerlegt werden. Beide Züge waren langsamer als die auf der Strecke erlaubten 250 km/h unterwegs. 

(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)
Ein Bruch der Gleise könnte dazu geführt haben, dass die Waggone aus den Schienen sprangen und ...
Ein Bruch der Gleise könnte dazu geführt haben, dass die Waggone aus den Schienen sprangen und auf die Gegenfahrbahn gerieten. Ultraschall kommt bei den Ermittlungen zum Einsatz.(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Die Ermittler haben nun eine Beschädigung an den Gleisen im Visier: Ein Bruch wurde bei Kilometer 318,7 festgestellt, wie spanische Medien berichten. Die Schienen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke werden verschweißt, um einen kontinuierlichen Zugbetrieb zu gewährleisten und die Reibung zwischen den Schienen und dem Zug auf ein Minimum zu reduzieren.

Ermittler: „mehr als wahrscheinliche Ursache“
Die spanische Zeitung „El Mundo“ berichtet in Berufung auf Techniker, die an der Untersuchung beteiligt waren, dass dieser Bruch mehr als 30 Zentimeter lang ist. Er könnte auf eine schlecht verschweißte Schweißnaht zurückzuführen sein. Es sei jedoch auch vorstellbar, dass die Naht durch die Nutzung oder Witterungseinflüsse beschädigt worden war, was schließlich zum verheerenden Bruch führte. Dies sei „eine mehr als wahrscheinliche Ursache für die Entgleisung des Iryo“, wurden die Ermittler zitiert.

Die Gleise werden mittels Ultraschall untersucht. Durch die Ermittlung der Unfallursache soll herausgefunden werden, wer die rechtliche Verantwortung für die Tragödie trägt.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, gibt viele Rätsel auf. Der Chef der Herstellerfirma des Zuges erklärte, dass der Unfall „ungewöhnlich“ sei, da er „nicht in einer Kurve, sondern auf einer Geraden“ passiert sei und bei „für diesen Zug moderater Geschwindigkeit“ stattgefunden habe. Zudem habe es sich um einen „Zug mit modernster Technologie” gehandelt, bei dem „alle Inspektionen und Wartungsarbeiten planmäßig durchgeführt“ worden seien.

Nach dem Unglück wurden bereits 41 Tote geborgen. Doch die Zahl könnte noch ansteigen, da 43 Vermisstenanzeigen vorliegen. Österreicher dürften sich keine unter den Opfern befinden. Allerdings dürften sich Deutsche unter den Betroffenen befinden, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. 

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