Rotes Kreuz Spanien:

Über Zugunglück: „Das Schlimmste steht noch bevor“

Ausland
19.01.2026 11:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Schock und die Trauer sind groß nach dem tragischen Zugunglück in Spanien. Ein Sprecher des Roten Kreuzes in Huelva warnte jedoch, dass die schlimmsten Momente noch bevorstehen würden. Denn es könnten noch weitere Menschen unter den Waggons eingeklemmt sein.

Am Sonntagabend entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug auf dem Weg von Málaga nach Madrid an dem Ort Adamuz und stieß mit einem entgegenkommenden Zug zusammen. Dabei entgleisten die Züge und stürzten eine Böschung hinab. Mindestens 39 Menschen kamen dabei ums Leben.

„Aufprall war brutal“
Einige Leichen seien mehrere hundert Meter von der Kollisionsstelle entfernt gefunden worden, wie der Präsident der andalusischen Regierung in einem spanischen Radiosender mitteilte. Der Aufprall sei „brutal“ gewesen, und die Rettungskräfte befürchteten, dass weitere Menschen unter den Waggons eingeklemmt sein könnten, sagte er. Ein Dutzend Verletzte des Zugunglücks in Adamuz (Córdoba) wurden in das Krankenhaus Alto Guadalquivir in Andújar verlegt. Die Stadt liegt etwa 50 Kilometer vom Unfallort entfernt, wie „El País“ schreibt.

Rotes Kreuz: „Es wird ein Schock sein“
Miguel Ángel Rodríguez, Sprecher des Roten Kreuzes in Huelva warnte, dass die schlimmsten Momente noch bevorstehen würden. Die Befürchtungen, dass die meisten der 50 Passagiere in den ersten beiden Waggons des Alvia-Zuges gestorben sind und viele von ihnen Einwohner Huelvas waren, würden sich wohl bestätigen. „Es wird eine ungeheure Tragödie in einer Stadt, in der jeder jeden kennt“, betont er. „Es wird ein Schock sein“.

Menschen suchen verzweifelt Familienmitglieder
Ein 25-köpfiges Team betreut die Familien der Opfer und die Verletzten des Zugunglücks psychologisch. Im Laufe des Vormittags haben sich zwei junge Frauen an die neue Hotline gewandt. „Sie suchen verzweifelt nach einem Angehörigen und rufen ständig alle Telefonnummern an, aber niemand geht ran oder gibt ihnen Auskunft über dessen Aufenthaltsort“, erklärt Rodríguez. Das Schlimmste daran sei „die Ungewissheit, die einen überwältigt, wenn man keinerlei Informationen hat. Das löst große Angst und Verzweiflung aus.“ 

Dreitägige Staatstrauer in Huelva
Huelva ordnete nach dem Zugunglück eine dreitägige Staatstrauer an. „Die Stadt Huelva ist zutiefst betroffen“, erklärte der Stadtrat in einer Pressemitteilung. Huelva war das Ziel eines der entgleisten Züge, und es wird befürchtet, dass die meisten Todesopfer aus dieser Stadt und anderen Teilen der Provinz stammen. Die Bürgermeisterin von Huelva, Pilar Miranda, betonte: „Jetzt ist es wichtig, die Familien in ihrer Trauer zu unterstützen und ihnen unsere Hilfe anzubieten. Wir vertrauen darauf, dass die Rettungskräfte ihre Arbeit machen können, und danken ihnen gleichzeitig für ihren unermüdlichen Einsatz, die schrecklichen Folgen dieser Tragödie so gut wie möglich zu lindern.“

Pedro Sánchez wird nicht nach Davos reisen
Ministerpräsident Pedro Sánchez hat indes seine Reise zum jährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz, abgesagt, teilte die spanische Regierung mit.

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