Der Schah-Sohn Reza Pahlavi hat aus seinem Exil in den USA seine Rückkehr in den Iran angekündigt. Allerdings ist offen, ob der 65-Jährige überhaupt in das Land einreisen darf und welche Folgen ihm als Oppositionspolitiker drohen.
In einer Videobotschaft auf der Plattform X sagte Pahlavi laut Übersetzung, die Menschen im Iran lehnten nicht nur das Regime ab, sondern forderten einen glaubwürdigen neuen Weg in die Zukunft. Es sei an der Zeit, dass sich die internationale Gemeinschaft voll und ganz hinter sie stelle. „Ich werde zurückkehren“, sagte er. In dem Video wurde der Satz eingeblendet, dass es sich um die letzte Schlacht handelt.
Laut Pahlavi kamen bei den Massendemonstrationen in seinem Herkunftsland 12.000 Menschen innerhalb von nur 48 Stunden ums Leben. Diese Angabe konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Laut Aktivistinnen und Aktivisten starben seit Beginn der Proteste insgesamt fast 13.000 Menschen. Andere Quellen wie die „Sunday Times“ gehen aber von einer wesentlich höheren Zahl aus.
Hier sehen Sie das Posting von Pahlavi:
Rolle umstritten
Pahlavis Rolle im Iran bleibt umstritten. Einige sehen ihn als Hoffnungsträger, protestieren mit Bildern von ihm und rufen den Slogan „Lang lebe der König“. Andere kritisieren seine politische Intransparenz und den konfrontativen Stil seiner Anhängerinnen und Anhänger. Pahlavi beansprucht derzeit eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition und baute sich in den sozialen Medien ein Millionenpublikum auf. Der 65-Jährige lebt seit Jahrzehnten in den USA.
Im Iran existiert seit Jahren keine anerkannte, organisierte Opposition mehr. Pahlavi wirbt für eine Demokratie und hatte zu Protesten aufgerufen. Tatsächlich unterstützen seine Anhängerinnen und Anhänger aber eine Monarchie. Die zweite große Bewegung sind die Volksmujaheddin (Mujaheddin-e Khalq/MEK), die als links und islamistisch gelten. Die MEK wurde 1981 von herrschenden Geistlichen verboten und griff vom Irak aus in den 1980er-Jahren iranische Truppen an. Fachleute gehen davon aus, dass sich viele Menschen weder von der einen noch von der anderen Seite vertreten fühlen. Ihnen gehen die Änderungen, die die Bewegungen fordern, nicht weit genug.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.