Weil er den tschechischen Regierungschef Andrej Babis mit einem Gehstock attackiert hatte, ist ein Pensionist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zudem muss er umgerechnet rund 125 Euro zahlen. Vor Gericht sagte der 65-Jährige, dass Babis in der Öffentlichkeit lügen würde.
„Lügen soll man nicht und schon gar nicht in der Öffentlichkeit“, meinte der Mann, der aussagte, im Affekt gehandelt zu haben. „Mir ist schwarz vor Augen geworden.“ Wie berichtet, hatte sich der Vorfall im September 2025 auf einer Wahlkampfveranstaltung vor der Parlamentswahl ereignet. Babis (71) hatte nach dem Schlag auf den Kopf mehrere Ruhetage eingelegt, aber keine bleibenden Schäden davongetragen. Der 65-jährige Angreifer war festgenommen worden, die Ermittlungen wurden unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens eingeleitet.
Der Richter redete ihm nun ins Gewissen. Es sei inakzeptabel, politische Konflikte mit Stöcken oder mit anderen Formen von Gewalt auszutragen. Der Pensionist wurde wegen versuchter Körperverletzung zu einer Geldstrafe von umgerechnet 125 Euro und einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft forderte jedoch eine höhere Strafe und legte Berufung ein.
Polarisierung in Tschechien
Babis rechtspopulistische Partei ANO wurde bei der Parlamentswahl die zweitstärkste Kraft und regiert seit einem Monat gemeinsam mit zwei Rechtsaußen-Parteien. Politologinnen und Politologen sprechen von einer zunehmenden Polarisierung der Öffentlichkeit in Tschechien. Kritikerinnen und Kritiker werfen dem Regierungschef und Milliardär vor, Geschäft und Politik nicht immer sauber zu trennen. Die Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung seiner Immunität wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs beantragt.
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