Nicht Khamenei-Sohn

Iran-Experte: „Dieser Mann könnte den Weg ebnen!“

Außenpolitik
04.03.2026 19:00

Sirenen über Teheran, Hunderte Kampfjets im Angriff. Der Schattenkrieg ist vorbei, der Konflikt zwischen Washington, Jerusalem und Teheran ist ausgebrochen. Ausgerechnet ein Großajatollah könnte jetzt die Weichen für Frieden stellen: „Er ist bislang der Einzige, der beiden Seiten signalisiert, dass die Kosten eines Konflikts zu hoch sind“, so Nahost-Experte Walter Posch.

Verhandlungen zwischen USA, Israel und Iran? Nahost-Experte Posch ist skeptisch: „Trilaterale Gespräche? Die Chancen stehen bei null. Selbst bilaterale Verhandlungen sind riskant. Wer die Initiative ergreift, gilt sofort als Verliererseite.“ Die diplomatischen und politischen Kosten seien enorm.

Doch ein Lichtblick kommt aus religiöser Richtung: Großajatollah Ali al-Sistani aus Nadschaf rufe zum Frieden auf, ohne eine Seite zu verurteilen. Posch betont die Bedeutung: „Er ist bislang der Einzige, der beiden Seiten signalisiert, dass die Kosten eines Konflikts zu hoch sind.“ Es ist ein Name, der vielen außerhalb der Region wenig sagt, der aber für Millionen Schiiten weltweit eine immense Bedeutung hat. Sistani genießt hohe Autorität, auch bei Anhängern des getöteten obersten iranischen Anführers Ajatollah Khamenei, die sonst Vergeltung fordern und auf Rache sinnen. 

Posch erklärt: „Vielleicht können Vorgespräche auf diesem Weg stattfinden, bevor es zu offiziellen Verhandlungen kommt.“ Für den Nahost-Experten ist Sistani aktuell der Einzige, der einen konstruktiven Impuls setzen kann.

Nahost-Experte Walter Posch spricht im krone.tv-Interview über den tödlichen Angriff auf ...
Nahost-Experte Walter Posch spricht im krone.tv-Interview über den tödlichen Angriff auf Teheran, die Nachfolgefrage und die Friedenssignale von Großayatollah Sistani.(Bild: krone.tv)

Kein Machtvakuum
Auch wenn der oberste Führer getötet wurde, herrscht laut Posch kein wirkliches Machtvakuum: „Notstandsgesetze sind erlassen, der Ausnahmezustand aktiv. Aber je mehr politische und diplomatische Aktionen gefragt sind, desto spürbarer wird die Lücke. Die Entscheidungsträger in Teheran müssen jetzt unter Hochdruck handeln, während das Land im Ausnahmezustand ist.“ Ob der Sohn Khameneis oder ein Mitglied seiner Familie übernimmt, wird über die Stabilität des Regimes entscheiden.

Machtwechsel von außen?
Posch sieht klare Grenzen für einen externen Regimewechsel: „Washington ist sich im Klaren darüber, dass ein Regimewechsel sehr, sehr schwierig ist. Es gibt keine guten Beispiele, wo das gelungen ist.“ Die USA und Israel zielen primär darauf ab, das ballistische Raketenprogramm des Iran einzudämmen. Ein vollständiger Machtwechsel wäre nur mit Bodentruppen möglich – sei es durch regionale Gruppen oder Einheiten aus dem Land selbst. Das Risiko: ein Bürgerkrieg.

Damit sei „Ayatollah Sistani aktuell die einzige Chance auf einen diplomatischen Impuls, der von beiden Seiten ernst genommen wird.“ In einem Konflikt, der bisher von Gewalt, Misstrauen und Rache geprägt ist, könnten seine Worte symbolisch und politisch Gewicht haben. Ein Hoffnungsschimmer im Chaos der Eskalation ...

Das ganze Interview sehen Sie oben im Video!

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