Ex-Banker angeklagt

Millionen-Schaden durch Trickserei mit Krediten

Salzburg
13.01.2026 17:30

Laut Anklage verleiteten zwei Ex-Banker und drei private Vermittler Migranten zu Krediten, die sie sich gar nicht leisten konnten – um ordentlich Provisionen abzukassieren. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft spricht beim Prozess am Dienstag in Salzburg von zwei Millionen Euro Schaden. 

Schwerer Betrug, kriminelle Vereinigung sowie Bestechung und Geschenkannahme lauten die Vorwürfe der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft beim Prozess am Dienstag im Landesgericht. Zwei Ex-Bankangestellte einer Salzburger Bank-Filiale sollen der Anklage nach mit drei privaten Kreditvermittlern mehr als 50 Migranten Kredite vermittelt haben, die sich die einkommensschwachen Kunden gar nicht leisten konnten. Dabei kassierten die Angeklagten Provisionen.

Mit gefälschten Dokumenten zu faulen Kredite
„Insgesamt geht es um 236.000 Euro an Provisionen. Kunden wussten oft nicht einmal die Höhe der Rate oder der Schulden, die sie haben“, führte die Staatsanwältin aus. Etliche konnten ihren genehmigten Kredit bereits nach kurzer Zeit nicht mehr bedienen. Ein Schaden von zwei Millionen Euro sei durch die Betrugstaten zwischen 2019 und 2022 entstanden. Dabei seien auch gefälschte Unterlagen verwendet worden.

Kritische Worte zur Anklage
Nicht schuldig, erklärten sich die einheimischen Ex-Banker: „Vieles stimmt in der Anklage nicht“, kritisierte ein Verteidiger. Eine deutsche Online-Bank, mit der die Salzburger Bank zusammenarbeitete, vergab die Kredite unter „grenzwertigen“ Konditionen, nennt der Anwalt beispielsweise einen Zinssatz von 10 Prozent. Sein Mandant mit 45 Jahren Berufserfahrung „machte immer nur das, was ihm angeschafft wurde“. Ein weiterer Verteidiger sprach von einem „System, das ausgenutzt wurde“. Und nutzte als Erklärung eine bekannte Redewendung: „Gelegenheit macht Diebe.“

Geständig zeigten sich hingegen zwei der drei Kreditvermittler – allesamt mit Balkan-Wurzeln. Zu Details lieferten sie wenig Konkretes. Einer meinte aber, dass die Kreditbedingungen „viel zu locker“ gewesen seien. Heute wird weiter verhandelt. Zehn Prozesstage sind eingeplant. 

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