Es gibt nicht nur gesichtslose Souvenirläden in der Salzburger Altstadt. Zuletzt sperrten mehrere Lokale auf. Inhaber setzten trotz hoher Immobilien-Preise mutige Schritte. Besonders viel Potenzial hat das Kaiviertel.
Wer die neue Tapas-Bar von Christoph Filip betritt, reist direkt auf die iberische Halbinsel. Der Chef begrüßt persönlich, ruft auf Portugiesisch in die Küche. Kleine Gerichte in allen Varianten werden aufgetischt. Garnelen-Carpaccio zum Beispiel. „Ein wahres Gedicht“, sagen Liebhaber.
Filip sperrte nach dem Iberico – ein winziger Schlauch in der Chiemseegasse – schon sein zweites Lokal auf. Das früher weit herum bekannte Gasthaus „Zur Glocke“ heißt jetzt auf Spanisch so.
Internationales Flair in neuer Tapas-Bar
Der Gastronom, Jungvater und Musiker zelebriert in den Lokalen seine Liebe zur spanischen Kultur bis ins letzte gastronomische Detail. Er kauft in der Region ein, tischt feinste Weine auf.
Sein Team ist bunt zusammengewürfelt und bringt viel internationales Flair. Die Mitarbeiter werden auch an den Firmen beteiligt. Viele kommen aus Spanien oder Portugal. Ein Opernsänger serviert. Der Koch ist eine galizisch-mexikanisch-deutsch-irische Mischung. Wen Filip ansprechen will? „Unbedingt Salzburger!“ Im Kaiviertel sieht der Gastronom viel Potenzial. „Es entsteht eine neue Szene. Wir haben ein gutes Miteinander.“ Sein Zukunftsplan? „Manchmal ein wenig zu schlafen“, lacht er nach harten Wochen.
Die Stadt ist so lebendig, wie wir sie uns gestalten. Vor 30 Jahren war sie musealer als jetzt. Positiv ist, dass Salzburg international viel Strahlkraft hat.
Roland Aigner, Altstadtverband
Mutige Gründer trotz sündteurer Immo-Preise
Der Altstadtverband ist um einen guten Mix aus Geschäften (nicht nur Souvenirs), Gastronomie, Kunst und Handwerk bemüht. In der Getreidegasse kam es zu mehreren Mieterwechseln. Hohe Preise bremsen Interessenten. Insgesamt steht die Stadt mit drei Prozent Leerstand (von der Gesamtverkaufsfläche) vergleichsweise gut da. Der Österreichschnitt liegt bei 4,8.
Ebenso im Kaiviertel, gleich gegenüber den Regierungsbüros in der Kaigasse, steht ein weiterer Gastronom in den Startlöchern. Noch ist alles Baustelle. Im April will Robert Reyes sein mexikanisches Lokal eröffnen.
Die Pfeifergasse wurde zuletzt zum guten Boden für neue Cafés. Isabella Kaufmann-Schösswender serviert nicht nur Kaffee und verschiedene Brote, sondern auch noch Kunstgenuss. „Mein Traum war es, eine niederschwellige Galerie zu eröffnen.“ Kunst soll auch für schmalere Geldbörsen zugänglich sein.
Neue Gastgeber wie „S’Gartl“ oder „Piazza Cavalli“ im früheren Wein&Co am Platzl setzten in der rechten Altstadt mutige Schritte. Und im Nonntal startete mit dem Dolcissimo ein sizilianisches Café.
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