Alarm durch Codewort

Belästigung im Bus: VBB führen „Ticket Blau“ ein

Burgenland
25.02.2026 05:00

Mit einem diskreten Codewort führen die Verkehrsbetriebe Burgenland eine neue Sicherheitsmaßnahme ein. Fahrgäste können so ohne Erklärung Hilfe anfordern, Lenker greifen dann nach einem klar definierten Ablauf ein.

Aufmerksamen Fahrgästen wird es bestimmt schon aufgefallen sein, dass dieser Tage in den Linienbussen der Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) auf den Monitoren der Hinweis auf das „Ticket Blau“ ausgespielt wird. Was wie eine gewöhnliche Serviceinformation wirkt, ist in Wahrheit ein stilles Signal für den Ernstfall.

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Mit dem Ticket Blau geben wir unseren Fahrgästen ein diskretes Mittel in die Hand, um auf ihre Lage aufmerksam.

Wolfgang Werderits, Geschäftsführer der VBB

Hinter diesem unscheinbaren Hinweis steckt nämlich eine klare Botschaft: Wer sich während der Fahrt belästigt, bedrängt oder bedroht fühlt, kann ab sofort mit einem einzigen Satz Hilfe holen. „Einmal Ticket Blau, bitte“ oder „Ich brauche ein blaues Ticket“ reicht aus. Keine Erklärung, kein Rechtfertigen. „Das Codewort allein zu sagen, genügt. Unsere Lenker wissen dann sofort, dass sie handeln müssen“, sagt VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.

Mit dem „Ticket Blau“ wollen die Verkehrsbetriebe Burgenland ein klares Zeichen für mehr ...
Mit dem „Ticket Blau“ wollen die Verkehrsbetriebe Burgenland ein klares Zeichen für mehr Sicherheit, Aufmerksamkeit und Unterstützung im öffentlichen Verkehr setzen.(Bild: Christian Schulter)

Alle Fahrer seien umfassend informiert und geschult worden. Der Ablauf klar definiert. Oberste Priorität habe der Schutz der betroffenen Person. Gleichzeitig werden auch der Selbstschutz des Lenkers und die Sicherheit aller anderen Fahrgäste berücksichtigt.

Klare Abläufe und keine Konfrontation
Konkret sieht der standardisierte Ablauf vor, dass die betroffene Person, wenn möglich, in die Nähe des Lenkers gebracht wird. Dort wird die Situation eingeschätzt. Bei Bedarf verständigt der Fahrer über Funk die Fahrdienstleitung oder den Kundensupport. Falls erforderlich, werden auch die Polizei oder der Notruf kontaktiert. Eine direkte Konfrontation mit einem mutmaßlichen Täter sei ausdrücklich nicht vorgesehen. Man wolle keine Szene im Bus und schon gar keine Eskalation. Der Fokus soll rein auf Sicherheit und Deeskalation liegen.

Sexuelle Belästigung als Auslöser
Mit der Maßnahme reagiert man unter anderem auf einen Vorfall im Vorjahr, wo es auf der Linie B01 zwischen Wien und Oberwart zu einem Fall von sexueller Belästigung kam.

Ein alkoholisierter Fahrgast soll dabei eine Frau bedrängt haben. Laut Verkehrsbetrieben wurde der Vorfall zwar dem Lenker gemeldet, jedoch nicht ordnungsgemäß intern weitergegeben. Der Fahrer wurde verwarnt, Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Bei der betroffenen Frau entschuldigte man sich. „Grundsätzlich sind unsere Fahrer verpflichtet, bei solchen Vorfällen sofort die Leitstelle oder die Polizei zu verständigen“, hieß es damals vom Unternehmen.

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