Während die Pensionierungswelle der Babyboomer den Bedarf für Betreuung verstärkt, sinkt die Zahl der selbstständigen Personenbetreuer – seit 2018 um fast zehn Prozent. Höhere Honorare im Umland verschärfen das Problem. Die Branchenvertreter wollen höhere Förderungen – doch reicht das aus?
Die Überalterung der österreichischen Bevölkerung bereitet nicht nur im Pensionssystem, am Arbeitsmarkt und in der Pflege Kopfzerbrechen: Besonders die Betreuung jener, die ihren Lebensabend lieber in den eigenen vier Wänden als im Pflegeheim verbringen möchten, gerät zunehmend unter Druck.
Viele Betreuer aus Rumänien und der Slowakei
Während die Zahl der über 65-Jährigen stetig steigt, haben sich die selbstständigen Personenbetreuer seit dem Jahr 2018 kontinuierlich um insgesamt fast zehn Prozent verringert. Grund dafür ist, dass andere EU-Länder höhere Honorare zahlen oder die Menschen im eigenen Land gebraucht werden.
Die meisten Personenbetreuer kommen aus Rumänien (55 Prozent) sowie der Slowakei (22 Prozent), Ungarn und Kroatien (beide sieben Prozent)und bleiben im Schnitt 4,3 Jahre im Land und haben eine hohe Mobilität, was bedeutet, dass sie oft die Länder, in denen sie arbeiten, wechseln. Österreicher machen nur zwei Prozent der selbstständigen Betreuungskräfte aus.
Gewerbeberechtigungen dürfen derzeit nur an EU-Bürger und Ukrainer vergeben werden. Um die Nachfrage zu decken, muss eine Öffnung für Drittstaaten erfolgen.

Irene Mitterbacher, Obfrau des Fachverbands Personenberatung und -betreuung in der WKÖ
Bild: Nicolas Zangerle
Irene Mitterbacher, Obfrau des Fachverbands Personenbetreuung der WKÖ, fordert eine inflationsangepasste Förderung für Familien. Diese liegt aktuell bei 800 Euro pro Monat. Damit soll Betreuung leistbar bleiben, sodass nicht Angehörige diese Aufgabe übernehmen müssen.
Mitterbacher wünscht sich auch, dass künftig die Möglichkeit einer stundenweisen Betreuung geschafft werde. Damit könnte der steigende Betreuungsbedarf zumindest geringfügig gedeckt werden, da Betreuungskräfte mehrere Familien an einem Tag betreuen könnten.
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