„Kann gelöst werden“

Starmer glaubt nicht an US-Invasion auf Grönland

Außenpolitik
19.01.2026 15:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der britische Premierminister Keir Starmer hat mit US-Präsident Donald Trump über Grönland gesprochen. Er habe ihm erklärt, dass die NATO-Streitkräfte das Risiko bewerten sollen, das von Russland ausgehe, sagte er. Starmer glaubt laut eigener Aussage nicht, dass Trump ernsthaft eine Militäraktion zur Übernahme Grönlands in Erwägung zieht.

„Ich denke, dies kann und sollte durch eine ruhige Diskussion gelöst werden“, sagte der Labour-Politiker. Starmer hat eine solide Beziehung zu Trump aufgebaut und war im Mai 2025 der erste Regierungschef, der eine Vereinbarung zur Senkung einiger Zölle erzielte. Nun sagte er, am Sonntag mit dem Republikaner gesprochen zu haben. Er habe ihm erklärt, dass die NATO-Streitkräfte das Risiko durch Russland bewerten würden, und hoffe, dass dies jetzt „wirklich klar“ sei.

Wie berichtet, hatte Trump am Samstag Großbritannien und sieben weiteren europäischen NATO-Staaten mit Zöllen gedroht, die in der vergangenen Woche Soldatinnen und Soldaten auf die Insel geschickt hatten. Vorausgegangen waren seine Drohungen, Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit übernehmen zu wollen. Er werde daran arbeiten, die Beziehungen zu bewahren und die Spannungen zu entschärfen, sagte Starmer. Über die Zukunft der Arktis-Insel hätten allein die Menschen in Grönland und Dänemark zu entscheiden, historische Bündnisse müssten Bestand haben.

Meist war von einem Kauf der Insel die Rede, Trump schloss aber auch eine militärische Intervention zur Übernahme nicht aus. „Grönland befindet sich in einer außergewöhnlichen Situation, die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zieht. Die Lage erfordert, dass wir die Zusammenarbeit in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen in der Arktis im Kreis der NATO stärken“, sagte Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt. Sie und Dänemarks Verteidigungsminister Trouels Lund Poulsen haben angekündigt, am heutigen Montag mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu sprechen.

Dänemark hat bereits hundert Streitkräfte geschickt, weitere sollen folgen. Auch gegen dieses Land hat der US-Präsident Zölle angekündigt. Das rohstoffreiche Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und NATO-Land Dänemark.

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