Medienpolitik der FPÖ

Wolf legt offen: So oft lehnte Kickl „ZiB 2“ ab!

Innenpolitik
19.01.2026 15:07

Im Zuge der traditionellen ORF-Interview-Serie in der „ZiB 2“ mit den Parteivorsitzenden zum Jahreswechsel fehlte heuer ein Name – Herbert Kickl. ORF-Moderator Armin Wolf nahm dies nun zum Anlass und legte offen, wie oft der FPÖ-Chef bereits eine Einladung der „ZiB 2“ ablehnte.

In den vergangenen Jahren ist der ORF (insbesondere „ZiB 2“-Anchorman Armin Wolf) für die FPÖ so etwas wie ein Feindbild geworden. Immer wieder wettern blaue Politiker u.a. gegen die Gagen der ORF-Mitarbeiter und gegen die Art der Berichterstattung. Stattdessen geben die Freiheitlichen in letzter Zeit lieber Interviews in dubiosen rechten (Online)-Medien – oder geben ihre Botschaften auf ihren eigenen Accounts in den sozialen Medien weiter. So wird in erster Linie kritischem Nachfragen ausgewichen.

Wolf: „FPÖ verweigert unsere Einladungen nahezu immer“
„Die FPÖ hat reichweitenstarke Parteimedien und verweigert unsere Einladungen nahezu immer. Herbert Kickl hat in den letzten Jahren mehr als 50 ,ZiB 2‘-Anfragen abgelehnt“, hielt Wolf in seinem Blog fest. Bei der Interview-Serie mit den Parteivorsitzenden zum Jahreswechsel wurde der FPÖ-Chef von seinem Generalsekretär Christian Hafenecker ersetzt.

Kickl lieber bei „Austria first“
Stattdessen kann man derzeit ein Interview mit Kickl im neuen Online-Radiosender „Austria First“ der FPÖ, der am Samstag mit dem Neujahrstreffen der Partei startete, nachhören. Kritisch nachgefragt wird dort freilich nicht. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich demokratische Politiker dem kritischen öffentlichen Diskurs stellen sollen – und nicht nur den Dienstleistungsfragen ihrer Pressesprecher in Parteimedien und auf Instagram“, gibt Wolf zu bedenken.

Die „ZiB 2“ mit Anchor Armin Wolf plante zum Jahreswechsel ein Interview mit Herbert Kickl. Der ...
Die „ZiB 2“ mit Anchor Armin Wolf plante zum Jahreswechsel ein Interview mit Herbert Kickl. Der FPÖ-Chef lehnte allerdings ab.(Bild: Krone KREATIV/Krone KREATIV,)

Dieses Problem hätte es laut Wolf zu Jörg Haiders Zeiten noch nicht gegeben. „Haider nahm Einladungen zu TV-Interviews mindestens genauso regelmäßig an wie die damaligen Regierungspolitiker.“ 

Journalistische Interviews vs. Social-Media-Botschaften
Wolf verteidigt zugleich journalistische Interviews wie beispielsweise jene in der „ZiB 2“. „Auf Pressekonferenzen kann man wenig nachfragen, auf Parteitagen wird selten nachgefragt, auf die Kritik anderer Fraktionen im Parlament muss niemand antworten, auf Social Media-Postings wird selten reagiert.“ Deshalb seien journalistische Interviews eine der wenigen Möglichkeiten, Entscheidungsträger direkt mit Einwänden, Gegenargumenten und Widerspruch zu konfrontieren. Wolf: „Dabei geht es nicht darum, irgendwen oder irgendwas schlecht zu machen. Es geht darum, dass verantwortliche Akteure wichtige Entscheidungen und Vorhaben öffentlich auch erklären und argumentieren.“

Zitat Icon

Als Staatsbürger möchte ich sehr gerne davon ausgehen, dass die wichtigsten Politiker problemlos zehn oder 15 Minuten lang über ihre Arbeit sprechen können.

„ZiB 2“-Anchorman Armin Wolf in seinem Blog

ÖVP kritisiert jüngste Kickl-Absage scharf
Die ÖVP jedenfalls kritisierte die Absage Kickls fürs junüngste „ZiB 2“-Interview scharf.„Statt mit kritischen Journalisten zu debattieren, baut er sich mit einem eigenen Radiosender seinen persönlichen Propagandaapparat weiter aus. Selbstverständlich finanziert aus Steuergeldern, nur um sich seine eigenen Fragen stellen zu lassen. Was hat er zu verbergen?“, so ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti.

Ihm zufolge sei es nicht nur feige, kritische Nachfragen zu vermeiden, sondern auch eine gezielte Manipulation der Wähler, wenn man ausschließlich in geschütztem Raum auftrete und sich nur mit angenehmen Themen konfrontieren ließe.

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