US-Präsident Donald Trump fordert neuerdings die Veröffentlichung der brisanten Epstein-Akten, doch hinter dem Schritt steckt viel Kalkül. Laut USA-Experte Reinhard Heinisch sitzt Trump zwischen allen Stühlen, wobei besonders brisant sei, dass die Forderung aus seiner eigenen Basis komme: „Das ist der Grund, warum er hier so verwundbar ist. Seine eigene Partei hält ihm quasi die Füße ans Feuer.“
„Er hat keine Wahl, weil er wusste, dass das passieren wird“, sagt Heinisch. Trump hatte versprochen, nach seiner Wahl innerhalb weniger Stunden alle Staatsgeheimnisse offenzulegen – von UFOs bis zu den Epstein-Akten. Gerade der rechte Rand seiner Bewegung, die sogenannte MAGA‑Szene, ist enttäuscht, wenn dies nicht geschieht: „Da gibt es Leute wie Marjorie Taylor, die vielleicht in einer alternativen Wirklichkeit leben. Die sind natürlich von ihm enttäuscht, dass er das nicht gemacht hat und sich so verhält, als hätte er was zu verbergen“, so der Experte.
„Verschwörungstheorie, die von Trumps Anhängern verbreitet wurde“
Die Epstein-Akten sind besonders brisant, weil sie mit bereits kursierenden Verschwörungstheorien über eine Insel reicher Männer in Verbindung stehen, auf der Jugendliche missbraucht worden sein sollen. Heinisch erklärt:
„In den USA gibt es natürlich Verschwörungstheorien. Da gibt es Reiche und Schöne, die sollen angeblich Kinder kidnappen und deren Blut trinken. Das klingt phantastisch, ist aber eine Verschwörungstheorie, die selbst von Trumps Anhängern verbreitet wurde. Und diese Epstein-Sache kommt dem Ganzen schon sehr nahe, und daher zirkuliert das ganz besonders in der Basis von Donald Trump. Da muss er jetzt aufpassen.“
Für Trumps Anhängerschaft gilt: Bestätigen die Akten die Verschwörung, lautet das Urteil: „Siehst du, wir hatten recht!“ Finden sich jedoch Hinweise, dass Trump eine engere Beziehung zu dem Sexualstraftäter hatte, als er bisher zugab, oder an Epsteins Insel-Partys teilnahm, droht der Verlust des Heldenmythos. Heinisch erläutert die Gefahr: „Wenn die Dokumente zeigen würden, dass Trump irgendwie involviert war – selbst wenn er am Rand oder nur indirekt auftaucht, wenden sich genau diese Menschen gegen Trump oder sie müssen ihre ganze Weltanschauung neu sortieren.“
Trump kann die Akten nicht zurückhalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie veröffentlicht werden. „Der Präsident kann an sich offiziell nichts tun, was den Kongress angeht. Und die Epstein-Files sind bereits beim Kongress“, sagt Heinisch. Doch was bleibt dem US-Präsidenten übrig? Er will zeigen, dass er nichts zu verbergen hat, und gleichzeitig muss er hoffen, dass am Ende nichts auftaucht, das ihm selbst schadet.
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