In Sotschi verhaftet
Pussy-Riot-Mitglieder sind wieder frei
Die Musikerinnen wurden laut dem russischen Nachrichtenportal rt.com zu einem Diebstahl befragt, der sich in ihrem Hotel ereignet haben soll. "Alle Hotelgäste wurden einvernommen", hieß es dazu von den lokalen Behörden. Nach Angaben von Aktivisten und dem Anwalt von Alechina waren insgesamt neun bis 15 Personen festgenommen worden. Inzwischen befinden sich alle wieder auf freiem Fuß.
Tolokonnikowa berichtete am Dienstag gegen Mittag über den Kurznachrichtendienst Twitter davon, dass sie zusammen mit ihrer Bandkollegin im Zentrum der Schwarzmeerstadt inhaftiert und "des Diebstahls beschuldigt" wurde.
"Die Polizei ist mit grober Gewalt vorgegangen"
Tolokonnikowa twitterte mehrmals über ihre Festnahme, inklusive Bilder von der Fahrt zur Polizeistation. Auch Alechina bestätigte, festgenommen worden zu sein. "Wir sitzen in einem Polizeiauto. Sie bringen uns zur Polizei im Stadtteil Adler", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. "Wir haben keinen Widerstand geleistet. Aber sie sind mit grober Gewalt gegen uns vorgegangen. Sie zerrten uns in ein Polizeiauto", so die Musikerin. Ihre Telefone hätten die beiden allerdings behalten dürfen.
Pussy Riot für Dreharbeiten zu Musikfilm in Sotschi
Tolokonnikowa und Alechina wollten laut Angaben der Aktivistengruppe Gruppa Wojna mit weiteren Pussy-Riot-Mitgliedern einen Musikfilm mit dem Titel "Putin lehrt dich, deine Heimat zu lieben" aufnehmen, berichtete die deutsche Tageszeitung "Zeit" auf ihrer Internetseite. Tolokonnikowa zufolge wollten die Aktivisten mit dem Song die Korruption bei den Vorbereitungen der Olympischen Spiele anprangern und mehr Freiheit in Russland verlangen.
"Alechina und Tolokonnikowa wollten in Sotschi eine Performance aufzeichnen, um auf Probleme aufmerksam zu machen, die Pussy Riot beschäftigen", sagte Semen Simonow, Chef des Büros der Menschenrechtsorganisation Memorial, gegenüber "Zeit Online". Er war eigenen Angaben zufolge ebenfalls unter den Festgenommen.
Aktivistinnen in Sotschi bereits mehrmals festgenommen
Alechina zufolge seien sie und Tolokonnikowa in den vergangenen Tagen in Sotschi bereits mehrmals festgenommen worden, berichtete der Nachrichtensender N24 auf seiner Internetseite. "Am 16. Februar wurden wir für sieben Stunden festgehalten, und am 17. waren wir zehn Stunden beim Inlandsgeheimdienst FSB", so die Aktivistin. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Innenministeriums erklärte dazu gegenüber Moskauer Medien, die Frauen hätten "gegen Meldeauflagen verstoßen".
Die beiden Musikerinnen waren gemeinsam mit ihrer Bandkollegin Jekaterina Samuzewitsch im Februar 2012 wegen einer regierungsfeindlichen Darbietung ("Punkgebet") in einer Moskauer Kirche zu einer mehrjährigen Lagerhaftstrafe verurteilt worden. Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei, Tolokonnikowa und Alechina profitierten im Dezember des Vorjahres von einer Amnestie.
Da in den Storypostings keine sinnvolle Diskussion mehr stattgefunden hat und gegen die Netiquette verstoßende Postings überhandgenommen haben, sehen wir uns gezwungen, das Forum bis auf Weiteres zu deaktivieren.















Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.