11.02.2014 17:00 |

Feierlicher Empfang

Salutschüsse für "Freund" Hollande vor Weißem Haus

Mit 21 Salutschüssen und einer feierlichen Willkommenszeremonie hat US-Präsident Barack Obama seinen französischen Amtskollegen Francois Hollande am Dienstag, dem zweiten Tag seines dreitägigen Staatsbesuchs, in Washington empfangen. Seite an Seite standen die beiden im Gartens des Weißen Hauses, als eine Militärkapelle die Nationalhymnen beider Länder spielte. Es ist der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in den USA seit fast 20 Jahren.

"Nur wenige Orte wärmen das Herz so sehr wie Paris im Frühling", sagte Obama vor den Politikern und Zuschauern, die sich bei Sonnenschein an seinem Amtssitz versammelt hatten. "Heute Morgen werden wir das Beste mit Washington im Winter versuchen."

Es sei der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten seit fast 20 Jahren, sagte Obama, der Hollande auf Französisch mit den Worten "Bienvenue, mes amis" ("Willkommen, meine Freunde") in Empfang nahm. Frankreich sei der älteste Verbündete der USA. Diese Partnerschaft hätten beide Länder in den vergangenen Jahren vertieft.

Hollande: "In gemeinsamer Geschichte geeint"
"Wir sind immer von einer gemeinsamen Geschichte geeint", sagte Hollande und erwähnte dabei auch die Landung der alliierten Streitkräfte in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Er lud Obama ein, gemeinsam mit ihm den 70. Jahrestag des als D-Day bekannten Ereignisses in Frankreich zu begehen, der den Anfang der Befreiung Westeuropas vom Nationalsozialismus markierte. Trotz des kalten Winters sei es ein "großer Tag für Amerika und Frankreich", sagte Hollande auf Englisch, bevor er in seine Muttersprache wechselte.

Hollande verspricht "gemeinsamen" Anti-Terror-Kampf
Der französische Präsident sagte den USA Kooperation im Anti-Terror-Kampf zu. Paris und Washington müssten gewaltbereiten Extremisten "gemeinsam" begegnen und bei der Nichtverbreitung von Atomwaffen zusammenarbeiten, sagte Hollande bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Staatschefs.

Obama äußerte die Erwartung, dass künftig mehr Staaten "wie Frankreich und die USA" internationale Führungsverantwortung übernehmen. Anschließend wollten beide Staatschefs über das iranische Atomprogramm, die islamistische Bedrohung und wohl auch über den syrischen Bürgerkrieg und die Krise in der Ukraine beraten. Am Dienstagabend ist ein Staatsbankett mit 300 Gästen in Washington vorgesehen.

Schwieriges Staatsbankett für frischgebackenen Single
Mit der kürzlichen Trennung Hollandes von seiner Lebensgefährtin Valerie Trierweiler hat der 59-Jährige den Organisatoren in Washington ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Hunderte hochwertiger Einladungskarten mussten neu gedruckt werden, wie die "New York Times" berichtete. Die Frage, wie mit einem "Single" bei einem gesellschaftlichen Anlass umzugehen sei, habe hinter den Kulissen für Rätselraten gesorgt. Wer solle Hollandes Tischnachbar sein? Dürfe man zum Tanz aufrufen, wenn er keine Tanzpartnerin habe? Welche Rolle solle die First Lady Michelle spielen, wenn sie keinen Gegenpart habe?

Chirac letzter französischer Präsident in den USA
Am Mittwoch will Hollande zum Abschluss seiner Reise in das High-Tech-Zentrum Silicon Valley an der Westküste fliegen. Der letzte offizielle Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in den USA war der von Jacques Chirac im Jahr 1996. Während das französische Nein zum Irakkrieg vor zehn Jahren die Beziehungen zwischen Paris und Washington stark strapazierte, pflegen beide Seiten nun gerade bei sicherheitspolitischen Themen eine enge Kooperation.

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