"Krone"-Ombudsfrau

Neffentrick? Davon hatte Bank noch nichts gehört!

Ombudsfrau
11.02.2014 16:44
Mit einem "Neffentrick nach dem Lehrbuch" haben Unbekannte einer 86-Jährigen 50.000 Euro entlockt. Nicht nach dem Lehrbuch verhielt sich dabei der Bankberater der Frau. Der hatte ihr das Geld bei der Abhebung ohne Nachfrage bar in die Hand gedrückt. Eine grobe Fahrlässigkeit, wie Ihre Ombudsfrau meint.

Es vergeht kaum eine Woche ohne neue Opfer des Neffentricks. Und es vergeht kaum eine Woche ohne entsprechende Warnungen in sämtlichen Medien. Die Betrüger gehen dabei immer ähnlich vor. Sie geben sich am Telefon als Neffe aus Deutschland aus, der dringend Geld für eine Wohnung braucht. Das war auch bei der 86-Jährigen Wienerin so. Der Betrüger erklärte seiner "Tante", dass er sich das Geld nur für 24 Stunden ausborgen würde.

Berater hätte Unheil verhindern können, blieb aber stumm
Die Dame ging darauf zur Bank und erklärte ihrem langjährigen Bankberater, warum sie die hohe Summe ihres Ersparten abheben möchte. Dort hätten alle Alarmglocken schrillen müssen, sagt auch ein hochrangiger Richter.

Doch der Bankberater übergab seiner 86-jährigen Kundin das Geld und ließ sie damit auf die Straße gehen, wo sie die Summe einem Unbekannten übergab. Eine ungeheure Fahrlässigkeit, wie auch die echte Familie der Frau findet: "Hätte der Berater gesagt, sie solle nicht mit so viel Geld allein durch die Stadt marschieren, und der Neffe solle zur Bank kommen, wäre viel Unheil verhindert worden!"

Mit einer Beschwerde stieß man bei der Bank Austria auf Unverständnis. Die Frau habe mündig gewirkt, deshalb habe sie das Geld bekommen.

Geld per Boten überbringen
Dass sich Banken nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen können, hat der Oberste Gerichtshof in anderen Fällen schon entschieden. Dann nämlich, wenn hohe Geldbeträge in bar ausbezahlt werden und Kunden auf der Straße überfallen werden.

Bei manchen Geldinstituten ist es deshalb schon üblich, Geld per Boten zu überbringen. Angesichts der ausufernden Neffentrick-Fälle müssen verantwortungsvolle Banken doch ihre Mitarbeiter entsprechend schulen. Und zwar dringend!

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele