Annas Anwalt spricht

Nach Kritik: „Bin meiner Mandantin verpflichtet“

Gericht
14.10.2025 17:00
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

Opferanwalt Sascha Flatz erntet für seinen Auftritt vor und nach dem Freispruch der zehn Burschen, die sich an der Zwölfjährigen vergangen haben sollen, Kritik. Die lässt ihn aber kalt. Mit der „Krone“ spricht er darüber.

Beinahe drei Wochen sind es nun her, dass in dem verstörenden Fall Anna zehn Burschen im Wiener Landesgericht nicht rechtskräftig von der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung bzw. geschlechtlichen Nötigung einer Zwölfjährigen freigesprochen worden sind – die Kritik flacht nicht ab. Weder an den Urteilen noch an der Berichterstattung oder der Opfervertretung.

„Krone“: Es wird von diversen Stellen kritisiert, dass Sie auch während der Ermittlungen an die Medien gegangen sind. Was sagen Sie dazu?
Sascha Flatz: Ich sehe in meinem Job nicht, dass ich die Gerichte zufriedenstelle. Ich bin meiner Mandantin verpflichtet. Bevor ich den Fall übernommen habe, wurde bereits ausführlich darüber berichtet.

Die meisten Opfervertreter wollen aber genau das nicht. Warum Sie?
Das hab’ ich ganz bewusst gemacht. Es wurden immer wieder falsche Tatsachen gestreut und die musste ich in der Öffentlichkeit richtigstellen. Das werde ich auch weiterhin machen.

Anwalt Annas Anwalt Sascha Flatz wird für seine Medienpräsenz vor und nach dem Prozess gegen ...
Anwalt Annas Anwalt Sascha Flatz wird für seine Medienpräsenz vor und nach dem Prozess gegen zehn Burschen kritisiert.(Bild: Eva Manhart)

Aber hat das Anna nicht nur noch zusätzlich belastet?
Von der Berichterstattung hat sie eigentlich nichts mitbekommen. Schlimm war für sie, dass sie alles noch einmal während ihrer Aussage durchleben musste und ihr dann nicht geglaubt wurde.

Ihnen wurde vorgeworfen, dass Sie die Medien zur Einvernahme des Mädchens bestellt haben sollen?
Ich hab’ das sicher nicht gemacht. Die Situation war schon schwierig genug für das Mädchen.

Kann solch ein öffentliches Auftreten in einem Sexualverfahren nicht andere Opfer davon abhalten, selbst Anzeige zu erstatten?
Ich denke, wir haben genau das Gegenteil bewirkt. Wir haben zur wesentlichen Aufklärung für Opfer, Eltern und Täter beigetragen. Besonders, dass Jugendliche gar nicht in solche Situationen kommen.

Würden Sie jetzt nach der Hauptverhandlung und angesichts der Kritik etwas anders machen?
Die Frage habe ich mir selber gestellt. Aber ich würde wahrscheinlich nichts anders machen. Ich habe im besten Interesse meiner Mandantin gehandelt. Das sieht sie auch so. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung in Sexualdelikten geleistet haben.

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