24.11.2005 13:30 |

Robo-Duell

S.L.A.I. - Steel Lancer Arena International

Wir schreiben das Jahr 2071. Fußball scheint tierisch out zu sein, weshalb es die FIFA nicht mehr gibt. Stattdessen organisiert man sich in der FIRA, einer Liga für Roboterkämpfe, um sich in riesigen Arenen mit ferngesteuerten Kampfdroiden die Schädel einzuschlagen.

Metropolen wie Kairo, London, Hong Kong oder auch Stuttgart sind Austragunsorte der blechernen Auseinandersetzungen. Als ein Neuling im Kampfroboter-Gewerbe ist es unsere Pflicht, uns in der Liga nach oben zu kämpfen und dabei jede Menge Schrott auf Seiten der Gegner zu hinterlassen. Für jeden gewonnenen Kampf gibt es Kohle, mit der die Blechschüsseln mit Extras - bessere Waffen, bessere Rüstung, etc. - ausgerüstet werden können.

Ein äußerst umfangreiches und langwieriges Tutorial weist den Spieler zu Beginn in die Geheimnisse der Roboter-Steuerung ein. Unterbrochen von nervigen Ladezeiten, wird hier jeder Schritt einzeln erklärt, ohne dass der Spieler jedoch wirklich selber üben könnte. Stattdessen beschränkt sich das Tutorial weitestgehend aufs Lesen der Kontroll-Möglichkeiten. Da die Bewegungen (laufen, springen, umsehen, schießen) jedoch nicht allzu kompliziert sind, kann das Tutorial getrost übersprungen werden.

Wer sich in der FIRA-Liga hocharbeiten möchte, der braucht als erstes eine Lizenz. Aus diesem Grund geht es direkt nach dem Schul-Training ins Gefecht, um gegen Mitschüler anzutreten. Die Arenen sind dabei weitestgehend apokalyptisch düster gestaltet und haben nur sehr wenig mit den Original-Schauplätzen zu tun. Im Kamf stehen dem Spieler vier Waffen zur Verfügung, deren Munitionsvorräte klarerweise beschränkt sind. Doch keine Sorge: Erste Hilfe und Munition treffen in regelmäßigen Abständen auf spezielle gekennzeichneten Flächen ein.

Großes Manko beim Spielen ist die sehr ungenaue und schwammige Steuerung, was sich gerade beim Zielen negativ auswirkt. Zudem sind Gegner nur schwer am Bildschirm auszumachen, da gut ein Drittel des Bildschirms mit nervigen und bunten Einblendungen zugepflastert wurde. Neben den vielleicht durchaus noch nützlichen Munitions- und Gesundheitsanzeigen, sind hier auch Textanzeigen mit den coolen Sprüchen der Gegner zu lesen. An diesem Prinzip ändert sich auch zu zweit im Splitscreen-Modus oder online mit bis zu sechs Freunden nichts.

Grafisch bietet "S.L.A.I." leider nur durchschnittliche Kost. Bombastische Explosionen und Feuerwerke, wie man es von anderen Roboter-Spielen gewohnt ist, sucht man hier leider vergebens. Zudem sind die eizelnen Schauplätze sehr eintönig gehalten. Einzig der Sound bringt Abwechslung ins Geschehen. Mit erhaltenen Credits lassen sich neue Songs hinzukaufen, die jeden Geschmack zufriedenstellen dürften.

Fazit: Übermäßig viel Text, der nicht nur dämlich, sondern auch aufgesetzt wirkt, häufiges Laden, eine schwammige Steuerung und ein nicht gerade abwechslungsreiches Gameplay - das alles hat "S.L.A.I.". Ein wenig Schwung kommt lediglich durch das Aufmotzen der Roboter sowie den individualisierbaren Soundtrack auf. Nur für ausgewiesene Freunde von Kampf-Robotern. 

Platform: PS2
Publisher: Konami
Krone.at-Wertung: 59%

von Sebastian Räuchle

Freitag, 25. Juni 2021
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