Etwas angestaubt

"Professor Layton" rätselt wieder auf dem 3DS

Spiele
25.11.2013 15:39
Sechs Spiele, ein Kinofilm und kein Ende in Sicht: Die "Professor Layton"-Serie für Nintendos DS- bzw. 3DS-Konsolen ist eine Erfolgsgeschichte. Im neuesten Teil machen sich der rätselfreudige Professor und sein Lehrling Luke auf, das "Vermächtnis von Aslant" zu entschlüsseln - etwas angestaubt, aber wie immer mit einer Menge Kopfnüsse und exzentrischen Charakteren im Gepäck.

Wie immer beginnt "Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant" mit einem Brief, der die Neugier des titelgebenden Helden, seines Lehrlings Luke und seiner Assistentin Emmy weckt. Diesmal bittet der Archäologen-Kollege Professor Locklair um Hilfe. Der ist auf der Spur der geheimnisvollen Zivilisation der Aslanti, die eine im Eis eingeschlossene Botschafterin eingeschlossen haben: Aurora.

Die kann sich allerdings nach dem Auftauen dummerweise nicht erinnern, was genau ihre Aufgabe ist - und wird noch dazu von den Gangstern einer Organisation namens Targent verfolgt, die offenbar finstere Pläne verfolgen.

Story schleppt sich gemächlich voran
So entwickelt sich die Geschichte, "Layton"-typisch, nur schleppend. Sie führt in verschiedenste Gebiete auf der ganzen Welt, überall lernen die Protagonisten eigenwillige Einwohner kennen. Die sind zwar oft dank exzentrischer Verhaltensweisen und Vorliegen witzig, aber meist Sekunden nach der Abreise auch schon wieder vergessen - man trifft einfach auf zu viele, austauschbare Charaktere.

An jedem Ort löst die Rätseltruppe einen Teil des großen Geheimnisses um Aslant. Wirklich verständlicher wird die Geschichte dadurch aber nicht, denn erst ganz am Schluss wird aufgeklärt, was es mit Aurora und dem Vermächtnis von Aslant eigentlich auf sich hat. Dazu wird der Spieler am Ende auch noch mit diversen Wendungen geradezu bombardiert. Darunter gleich mehrere ein wenig zu schmalzige Familiengeschichten, von denen eine gereicht hätte - aber mit Zurückhaltung oder dem Aufteilen spannender Story über den gesamten Spielverlauf hatten es die "Layton"-Macher ja noch nie.

150 Rätsel für jeden Geschmack
Allerdings liegt der Fokus des Spiels auch nicht auf der Geschichte, sondern den Rätseln. 150 davon warten im Spiel darauf, entdeckt zu werden, 385 weitere sollen sich per Online-Anbindung über das Jahr verteilt herunterladen lassen. Die Qualität der Kopfnüsse schwankt, ebenfalls typisch "Layton"-Serie. Wie viel Spaß man an den Aufgaben hat, ist Geschmackssache.

Im Test schien es aber, als könne das Spiel mit der Rätselvielfalt aus dem ersten Teil der Serie nicht ganz mithalten. Zwar ist die Auswahl groß, doch viele Aufgaben sind nur nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum zu schaffen - und somit weniger Rätsel als mehr Versuch. Dazu kommt, dass sich viele Knobeleien ähneln. Dankenswerterweise muss man aber gerade mal etwa die Hälfte der 150 Rätsel lösen, um zum Finale zu gelangen - wer also keine Lust auf bestimmte Kopfnüsse hat, kann sie einfach ignorieren.

Dazu kommt die wie immer nützliche Rätselhilfe: Während man die Spielwelt absucht, unterhält man sich nicht nur mit zahlreichen Figuren, sondern findet auch versteckte Rätsel und Bonusmünzen. Diese setzt man ein, um Hilfestellungen zu erhalten: Zuerst gibt's nur einen Denkanstoß, anschließend zwei weitere Tipps und zum Schluss die Komplettlösung. So lassen sich im Notfall auch die wenigen obligatorischen Rätsel knacken.

Hochwertig, aber etwas angestaubt
An Optik und Sound gibt's ebenfalls wenig zu meckern, auch wenn die Musik einmal eine Generalüberholung mit neuen Themen vertragen könnte. Die Sprecher machen ihre Sache ganz ordentlich, lediglich Lukes Stimme kann Erwachsene auf Dauer nerven. Die handgezeichnete Grafik ist hübsch, hat sich aber seit Beginn der Serie ebenfalls kaum verändert - allerdings gibt's im Vergleich zu den alten DS-Teilen auf dem 3DS mehr interaktive Objekte zu entdecken. Der 3D-Effekt ist insbesondere in den Zwischensequenzen hübsch anzusehen, aber - wie fast immer - kein Must-have.

Fazit: "Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant" bietet Rätselkost nach bekanntem Schema: Layton und Luke treffen allerlei Charaktere - darunter schräge Neben- und geheimnisvolle Hauptfiguren, deren wahre Motive erst ganz am Ende offenbart werden -, die Geschichte ist löchrig und mit ein bisschen zu viel Japano-Schmalz versehen. Dafür gibt's vielfältige Knobelaufgaben mit super Hilfestellung und der Möglichkeit, die allermeisten ungeliebten Rätsel zu überspringen. Für den nächsten Teil wünschen wir uns dennoch endlich frischen Wind!

Plattform: 3DS
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10
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