Der ehemalige Grand-Prix-Sieger und TV-Experte Ralf Schumacher spricht eine Warnung über die neuen Regeln in der Königsklasse aus. „Auch wenn es am Anfang unterhaltsam war, ist das im Moment nicht ungefährlich für die Formel 1.“
Ralf Schumacher zeigte sich im Podcast „Backstage Boxengasse“ von Sky zwiegespalten über den Auftakt der Formel-1-Saison 2026 in Melbourne. „Ich fand das am Anfang gut“, erklärte der sechsfache Grand-Prix-Sieger. Mit etwas Abstand sehe er das Rennen jedoch kritischer: „Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich die Fahrer.“ Damit spielt Schumacher auf die Kritik von Piloten wie Max Verstappen, Fernando Alonso oder Weltmeister Lando Norris an. Sie alle äußerten sich zuletzt skeptisch über das neue Reglement in der Königsklasse.
„Fahrerisches Können geht verloren“
„Der Mut der Fahrer, der vorher nötig war, in schnellen Kurven mehr Risiko einzugehen, ist jetzt nicht mehr da“, erklärte Schumacher. Alonso hatte zuvor sogar gespottet, in den schnellen Kurven könne in diesem Jahr „selbst der Koch des Teams“ das Auto fahren.
Für Schumacher zeigt das eine grundsätzliche Entwicklung: „Man nimmt das Fahrerische weg und ersetzt es durch einen künstlichen Eingriff.“
Überholmanöver „künstlich erzeugt“
In Melbourne wechselte die Führung zu Beginn mehrfach zwischen George Russell und Charles Leclerc. Die Formel 1 selbst pries anschließend die hohe Zahl an Überholmanövern. Schumacher sieht das jedoch kritisch. „Die Glaubwürdigkeit fehlt mir dabei.“ Für ihn sei vieles lediglich „eine künstlich herbeigeführte Spannung“ gewesen.
Auch Max Verstappen äußerte sich nach dem Rennen ähnlich. Der Niederländer, der sich von Startplatz 20 auf Rang sechs vorarbeitete, erklärte später, dass ihn das Rennen teilweise eher an „Mario Kart“ erinnert habe.
Warnung für die Zukunft
Für Schumacher steht die Formel 1 nun an einem entscheidenden Punkt. „Die Frage ist: Wollen wir möglichst viele Überholmanöver oder wollen wir, dass das fahrerische Talent entscheidet und der beste Fahrer im besten Auto gewinnt?“, so der Deutsche. „Auch wenn es am Anfang unterhaltsam war – im Moment ist das nicht ungefährlich für die Formel 1.“
Die aktuellen Motoren- und Reglementänderungen wurden bereits vor mehreren Jahren entwickelt. Damals habe sich vieles stark in Richtung Elektrifizierung orientiert.
Dennoch glaubt Schumacher, dass Anpassungen nötig sein könnten: „Wenn ich der Boss der Formel 1 wäre, würde ich mir das Reglement so, wie es jetzt ist, nicht bis zum Ende anschauen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.