"Operation Payback"

13 Anonymous-Mitglieder in den USA vor Gericht

Web
04.10.2013 08:29
Wegen einer Serie von Hackerangriffen auf US-Unternehmen und Organisationen müssen sich 13 mutmaßliche Mitglieder der Gruppe Anonymous gerichtlich verantworten. In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft von Alexandria im US-Staat Virginia ihnen vor, zwischen September 2010 und Jänner 2011 versucht zu haben, die Internetseiten des Verbands der US-Filmstudios MPAA, des Verbands der Musikindustrie RIAA sowie von Visa, Mastercard und der Bank of America lahmzulegen.

Mit den Attacken wollte Anonymous zum einen gegen den Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen protestieren, zum anderen Banken bestrafen, weil diese die Geschäftsbeziehungen mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange gekappt und Spendengelder eingefroren hatten. Die Enthüllungs-Plattform hatte Ende November 2010 damit begonnen, Hunderttausende teils geheime Dokumente des US-Außenministeriums zu veröffentlichen, die unter Verletzung von US-Gesetzen beschafft worden sein sollen, so der Vorwurf der Regierung.

Bei den Hackerangriffen im Rahmen der "Operation Payback" handelte es sich um sogenannte DDOS-Angriffe ("Distributed Denial of Service"). Dabei wird ein Webserver mit Unmengen von Daten geflutet und dadurch blockiert. Nach Informationen des Blogs "Redspin", der sich mit Themen der Netzsicherheit beschäftigt, beteiligten sich zeitweise mehr als 1.700 Personen an den Angriffen.

Den nun vor Gericht stehenden Verdächtigen im Alter von 21 bis 65 Jahren wird Verschwörung vorgeworfen, was mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann, sowie vorsätzliche Sachbeschädigung von geschützten Rechnern, was maximal eine Strafe von zehn Jahren Haft nach sich ziehen kann.

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