01.10.2013 10:14 |

"D-Central"

John McAfee enthüllt sein "NSA-sicheres" Netzwerk

Wenige Tage nach der Ankündigung seines neuen Projekts, das nichts Geringeres als ein "unhackbares" Internet zum Ziel hat, hat der exzentrische Sicherheitsspezialist John McAfee weitere Details zu seinem Vorhaben genannt. Es werde sich demnach um ein dezentrales Netzwerk handeln, das über ein kleines Gerät namens "D-Central" betrieben wird. Es soll NSA-sicher verschlüsselt sein und über mehrere Häuserblocks hinweg funktionieren.

"Es wird unmöglich sein herauszufinden, wer Sie sind und wo Sie sich aufhalten", sagte McAfee bei einer Technologiekonferenz im Silicon Valley über das von seiner neuen Firma Future Tense entwickelte D-Central-Netzwerk.

Kleine Box baut verschlüsseltes "Darknet" auf
McAfees Plan: Ein kleines, weniger als hundert US-Dollar teures Gerät, das aufgestellt wird und dann ein dezentrales und NSA-sicher verschlüsseltes Netzwerk aufbaut, das über mehrere Häuserblocks reichen soll. Das dabei entstehende Netz ist im Grunde nicht Bestandteil des Internet, sondern ein sogenanntes Darknet, das nur für jene zugänglich ist, die wissen, wie sie hinein gelangen.

Wie die US-Zeitung "San Jose Mercury News" berichtet, gibt McAfee an, die Idee für D-Central bereits vor Jahren gehabt, aber erst in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet zu haben. Es scheint, als hätte der NSA-Abhörskandal McAfee motiviert, etwas in diese Richtung zu unternehmen.

D-Central: Prototyp in sechs Monaten
Mit D-Central soll sowohl die sichere Kommunikation als auch der sichere Dateiaustausch funktionieren, ins "echte" Internet gelangt man damit aber wohl nicht. Es scheint vorrangig dafür gedacht zu sein, im Bedarfsfall ein unscheinbares Kommunikationsnetz aufzubauen, auf das Außenstehende keinen Zugriff haben. So könnte McAfees D-Central etwa bei Oppositionellen in Krisenregionen großen Anklang finden.

Das Design für D-Central hat McAfee eigenen Angaben zufolge bereits fertig, in einem halben Jahr soll es einen Prototyp geben. McAfee brauche für die Arbeiten an D-Central vor allem noch einen Hardwarepartner, der das Gerät baut, berichtet die Zeitung.

Berühmt durch abenteuerliches Aussteigerleben
Ob McAfee bald einen solchen Partner findet, muss sich erst noch zeigen. Der exzentrische Antiviren-Millionär hat in den vergangenen Jahren weniger mit neuartigen Soft- und Hardwaretechnologien für Schlagzeilen gesorgt, sondern vor allem durch sein Aussteigerleben im Tropenstaat Belize.

In dem mittelamerikanischen Staat wird McAfee immer noch als Verdächtiger in einem Mordfall gehandelt. Nach dem gewaltsamen Tod seines ebenfalls aus den USA ausgewanderten Nachbarn Gregory Faull in Belize war McAfee untergetaucht und hatte mit seiner abenteuerlichen Flucht Schlagzeilen gemacht.

McAfee sieht sich als Opfer eines Komplotts
Geht es nach McAfee, war der Tod seines Nachbarn ein Mordkomplott der Regierung. Man habe ihm die Tötung Faulls in die Schuhe schieben wollen, so der Antivirenpionier, der in Belize mit Drogen experimentiert, zahlreiche Waffen besessen und mit jungen Frauen gelebt haben soll.

Hinzu kommt, dass McAfee eigentlich seit dem Verkauf der gleichnamigen Antiviren-Firma Mitte der Neunziger nicht mehr im Bereich IT-Security aktiv war. Skeptiker haben deshalb Zweifel daran, dass die Fähigkeiten des 67-Jährigen heute noch ausreichen, um ein Projekt wie D-Central zu realisieren. Bizarre Videoauftritte im Internet (siehe Infobox) dürften McAfees Glaubwürdigkeit ebenfalls nicht zuträglich sein.

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