Wegen Deutscher Bahn

Zug-Chaos: Massive Beeinträchtigungen ab 2026

Österreich
21.03.2025 14:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auf Zugfahrende und die ÖBB kommen „zwei bis drei sportliche Jahre“ zu, warnt ÖBB-Chef Andreas Matthä. Denn ab 2026 haben Sanierungen der Deutsche Bahn auch große Auswirkungen auf die Züge in Österreich. Die Kundinnen und Kunden der ÖBB müssen mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten und Fahrplanänderungen rechnen.

Die Geduld der Passagierinnen und Passagiere wird „ein Stück weiter strapaziert“, formuliert es ÖBB-CEO Matthä. Doch die Sanierung von Weichen, Gleisen und Oberleitungen in Deutschland sei „alternativlos“. Vergangenes Jahr sei kein österreichischer Güterzug „planmäßig dort gefahren, wo er fahren sollte“. Und die Hälfte der heimischen Zugverspätungen seien auf das Ausland zurückzuführen, veranschaulicht Matthä die aktuelle Situation.

Umleitungen und längere Fahrzeiten
Mehrmonatige Streckensperren in Deutschland stellen die ÖBB allerdings vor große Herausforderungen. Auf einigen Strecken werden Züge umgeleitet werden, das kann sich empfindlich auf die Fahrzeit auswirken. Aber auch mit Fahrplanänderungen müssen Passagierinnen und Passagiere rechnen.

Hier sehen Sie die wichtigsten Zug-Änderungen wegen der Sanierungsarbeiten in Deutschland im Überblick:

Auswirkungen auf Züge in Österreich

Jahr 2026

  • Jeden Tag werden rund 80 Güterzüge über Salzburg umgeleitet

Zweites Halbjahr 2026

  • ICE-Linien zwischen Wien und Regensburg/Nürnberg entfallen
  • Es fahren keine Züge über Passau nach Deutschland, ausgewichen wird über München

Jahr 2027

  • Deutsches Eck wird gesperrt
  • Fernzüge von Wien nach München werden über Passau umgelenkt, das sind bis zu 45 Minuten mehr Fahrzeit
  • Züge von Wien nach Bregenz/Zürich fahren über Bischofshofen und brauchen 90 Minuten länger

Jahre 2027 und 2028

  • Der Güterverkehr von und nach Triest wird über die Phyrnstrecke und die „alte“ Südstrecke umgeleitet
  • Zwischen Linz und Selzthal sowie zwischen St. Valentin und Steyr wird es Fahrplanänderungen und Zugausfälle geben

Mehr Verkehr auf Straßen erwartet
Um sowohl Personen- als auch Güterverkehr so gut wie möglich aufrechtzuerhalten, werde die Schieneninfrastruktur zwar zu 100 Prozent rund um die Uhr ausgelastet, doch könnten nur 80 Prozent der derzeitigen Kapazitäten gesichert werden, so der ÖBB-CEO.

Durch die um 20 Prozent geringere Kapazität auf den Schienen werde auch der Güterverkehr mehr auf die Straße verlegt, erklärt Matthä. In Oberösterreich sieht Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) vor allem die zweistreifige Innkreis-Autobahn A8 nach Passau betroffen. 

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