Polens Präsident Andrzej Duda hat die US-Regierung dazu aufgefordert, Atomwaffen in sein Land zu verlegen. Dadurch solle eine künftige russische Aggression abgewehrt werden. US-Vizepräsident JD Vance hat der Forderung jetzt eine Absage erteilt. Er habe noch nicht mit Donald Trump gesprochen.
„Aber ich wäre schockiert, wenn er eine Ausweitung von Atomwaffen nach Europa befürworten würde“, sagte er in einem Interview. Zuvor hatte Polens Präsident Andrzej Duda gefordert, dass die USA Atomwaffen in Polen stationieren solle. Diesen Vorschlag habe er bereits mit Keith Kellogg, dem US-Sondergesandten für die Ukraine und Russland, besprochen. Die Grenzen der NATO seien 1999 nach Osten verschoben worden, auf die Infrastruktur treffe das aber bisher nicht zu. Es wäre sicherer, wenn Atomwaffen bereits in Polen wären.
Polens Regierung ist ein enger Verbündeter der Ukraine und hat seine Verteidigung verstärkt, um eine mögliche Bedrohung aus Russland abzuwehren. Der Kreml hat gewarnt, Maßnahmen zu ergreifen, sollten tatsächlich Atomwaffen in Polen stationiert werden.
Duda: „Russland verlegte Atomwaffen nach Belarus“
Duda legte jetzt noch einmal nach: Die russische Regierung habe selbst nicht gezögert, Atomwaffen nach Belarus zu verlegen, und zuvor niemanden um Erlaubnis gebeten. Die taktischen Atomwaffen waren im Sommer 2023 in das Nachbarland Belarus verlegt worden.
Polens Regierungschef Donald Tusk sagte am Donnerstag, die Bemühungen des Präsidenten um die Sicherheit des Landes zu schätzen. Es sei aber besser, „diese Art von Problemen diskret“ zu lösen. Zuvor hatte Tusk erklärt, dass Polen mit eigenen Nuklearwaffen tatsächlich sicherer wäre, „aber der Weg dahin wäre sehr lang“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vergangene Woche einen atomaren Schutzschirm für Europa vorgeschlagen.
Russland und die EU verfügen weltweit über die größten nuklearen Arsenale. Die Ukraine gab 1994 ihre Atomwaffen an Russland ab, im Tausch gegen Sicherheitsgarantien. Polens Regierung hat das eigene Militär seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine bereits massiv ausgebaut.
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