Gegenseitige Vorwürfe

Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah bröckelt

Außenpolitik
17.02.2025 08:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Waffenruhe zwischen Israels Regierung und der Hisbollah-Miliz im Libanon ist fragil. Beide Seiten sehen nun die libanesische Regierung in der Pflicht, zu handeln. Diese müsse etwa dafür sorgen, dass sich Israels Armee aus dem Libanon zurückziehe, sagte der Chef der Hisbollah, Naim Kassem.

Der Abzug soll wie vereinbart „am 18. Februar vollständig“ sein. Sollten über den Dienstag hinaus israelische Truppen im Libanon bleiben, handle es sich um eine Besatzung. „Jeder weiß, wie mit einer Besatzung umgegangen wird“, warnte Kassem. Laut Medienberichten fordert Israels Regierung, dass die Abzugsfrist bis zum 28. Februar verlängert werde. Sie begründet das damit, dass die libanesische Armee nicht schnell genug nachrücke. Diese soll dem Abkommen nach das Einhalten der Waffenruhe sicherstellen und eine Rückkehr der Hisbollah verhindern.

Israel will fünf Armeestellungen
Am Donnerstag sagte der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri, dass Israel fünf Armeestellungen im Libanon behalten wolle. Er lehne das aber ab. Nach monatelangen Kämpfen zwischen der pro-iranischen Hisbollah und der israelischen Armee war die Waffenruhe am 27. November in Kraft getreten. Die Frist für den Abzug israelischer Truppen war bis zum 18. Februar verlängert worden.

Laut dem Abkommen sollen im Südlibanon nur die libanesische Armee und Soldatinnen sowie Soldaten der UN-Friedensmission UNIFL vor Ort bleiben. Die Hisbollah soll sich aus dem Grenzgebiet bis hinter den Fluss Litani zurückziehen und ihre militärischen Stützpunkte auflösen.

Libanesen verschleppt?
Jüngst haben sich die Hisbollah und Israel wieder gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen. Israelische Soldaten eröffneten laut Medienberichten in einer Grenzstadt ein Feuer, als Vertriebene versuchten, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Dabei kam eine Frau ums Leben. Zudem wird der israelischen Armee vorgeworfen, drei Menschen verschleppt zu haben.

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