Sie sehen nicht wie Wildschweine aus, sie schmecken auch definitiv anders _ und dennoch: Wenn Jäger auf der Pirsch allzu eifrig sind, dann müssen sich die Pferde Sorgen machen. Auch in Oberösterreich wurde vor ein paar Jahren ein Fohlen „erlegt“, weil es ein Mühlviertler Waidmann mit einer Wildsau verwechselt hatte.
„Pony irrtümlich erschossen – ein Jäger hatte das Pferdchen im Dunkeln für ein Wildschwein gehalten“ – titelte die „Krone“ gestern. Ein Bericht aus Niederösterreich, der an einen ähnlichen Fall im Jahr 2012 in Atzesberg im Bezirk Rohrbach erinnert. Auch damals hatte ein Jäger (25) auf einer Koppel ein sechs Monate altes Western Horse-Fohlen im Wert von 15.000 Euro „erlegt“, weil er es in der Dunkelheit mit einem Wildschwein verwechselt hatte.
Fohlen „Nika“ wurde von dem Hohlmantelgeschoss so schwer am Rücken getroffen, dass es am nächsten Tag trotz einer Not-Operation eingeschläfert werden musste. Es war das Maturageschenk einer damals 20-Jährigen aus Hartkirchen gewesen.
Wenn einem Jäger so ein Fehlschuss passiert, muss er mit dem zumindest zeitweiligen Entzug der Jagdkarte rechnen.
Christopher Böck, Landesjagdverband OÖ
„Vorsicht, Jäger“
Pferde leben grundsätzlich gefährlich, wenn Jäger in ihrer Nähe auf Wildschweinpirsch gehen – das zeigt der Blick in einschlägige Jagd-Seiten im Internet: So hatte in Oberhausen in Nordrhein-Westfalen (D) im Februar ebenfalls ein Waidmann ein Pferd mit einem Wildschwein verwechselt und angeschossen. 2021 passierte dasselbe mit letalen Folgen in Usingen im deutschen Bundesland Hessen.
Solche Fehlschüsse sind rar
„So etwas kommt sehr selten vor“, gibt hingegen Christopher Böck, Geschäftsführer des oö. Landesjagdverbandes, Entwarnung: „Ein Jäger muss schließlich wissen, worauf er eigentlich schießt, bevor er abdrückt. Seit es Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras gibt, sind solche Fehlschüsse zum Glück die absolute Ausnahme geworden.“
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