Illegale Migration

Im Rückwärtsgang zur Grenze: Schlepper in Haft

Burgenland
16.10.2024 06:00
Porträt von Karl Grammer
Porträt von Christian Schulter
Von Karl Grammer und Christian Schulter

Ungewöhnliche Szenen kurz nach Mitternacht in Deutschkreutz – ein rumänischer Chauffeur löste bei illegaler Tour prompt Alarm aus. In der Vorwoche wurden insgesamt beinahe 200 illegale Migranten gemeldet. 

Gänzlich verschwunden waren beschlagnahmte Fahrzeuge von Schleppern, die nach der Festnahme der Täter monatelang bis zur Abklärung des Falles auf öffentlichen Parkplätzen an den Grenzübergängen im Burgenland gestanden sind. Vor zwei Monaten konnten die letzten 12 blechernen Zeugnisse illegaler Migration von den Behörden ad acta gelegt werden, Abschleppfirmen transportierten die Relikte eines skrupellosen Millionengeschäfts zur Versteigerung oder Verschrottung ab.

Knapp 200 Migranten in einer Woche
Doch Schleuserbanden versuchen weiterhin, Flüchtlinge aus Ungarn über die Grenze nach Österreich zu karren. 192 Einwanderer sind in der vergangenen Woche im Burgenland gestrandet. In den sieben Tagen davor sind 211 Aufgriffe gemeldet worden. Mit 295 Registrierungen wurden die meisten Aufgriffe in der 38. Kalenderwoche vom 16. bis 22. September vermerkt.

Drei Türken und eine Frau mit zwei Kindern im Auto
Besonders auffällig verhielt sich ein Schlepper in einem aktuellen Fall im Bezirk Oberpullendorf. Mit einem voll besetzten Pkw rollte der Rumäne kurz nach Mitternacht auf der Ausreisespur im Rückwärtsgang zur Grenzkontrollstelle in Deutschkreutz. Soldaten und Polizisten waren rasch zur Stelle, um das verdächtige Auto zu stoppen. Für seine ungewöhnliche Fahrweise hatte der Lenker keine vernünftige Erklärung parat, aber einen gültigen Zulassungsschein zum Beweis, dass der silberne Mercedes-Benz C 220 cdi mit rumänischem Unterscheidungskennzeichen ihm gehört.

Am Grenzübergang sorgte ein Schlepper für Aufregung. Mit sechs Flüchtlingen im Mercedes fuhr er ...
Am Grenzübergang sorgte ein Schlepper für Aufregung. Mit sechs Flüchtlingen im Mercedes fuhr er im Rückwärtsgang ein.(Bild: Christian Schulter)

Keine Papiere 
Weder Ausweise noch Reisedokumente vorweisen konnten die sechs Insassen. Bei den Türken handelte es sich um drei Männer sowie eine Frau mit ihren beiden Töchtern. Asylanträge wurden keine gestellt – fünf der Flüchtlinge wollen nach Deutschland, einer nach Polen. 

Mehr als 2260 Flüchtlinge im Burgenland aufgegriffen
Der Schlepper wurde abgeführt. Es ist die 22. Festnahme eines Verdächtigen, der im Auftrag einer Schleuserbande heuer unterwegs war. Und das bei 2264 Aufgriffen. 

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