Nach dem erfolgreichen Konzept in Pflegeheimen will das Land nun das Ehrenamt auch in den niederösterreichischen Krankenhäusern einführen. Durch die freiwilligen Helfer sollen sich die „Gesundheitsprofis“ wieder mehr um ihre Kernaufgaben kümmern können.
Die Hochwasserkatastrophe brachte es deutlich an die Oberfläche: Niederösterreich ist das Land der Freiwilligen! Das erfolgreiche Musterprojekt mit 1400 Ehrenamtlichen in 50 Pflegeheimen will die Landesgesundheitsagentur (LGA) nun auch auf die Spitäler ummünzen.
„Wir möchten Klinikaufenthalte, die oft emotional und fordernd für alle Beteiligen sind, so angenehm wie möglich gestalten“, betont der für die Kliniken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko. Vor allem soll das medizinische sowie pflegerische Personal entlastet werden.
Freiwillige sollen Gesundheitspersonal entlasten
In den zum Teil weitläufigen Krankenhäusern sollen Freiwillige als „Lotsen“ fungieren und Patienten sowie Angehörigen rasche Orientierung bieten. Aber auch Aufgaben, für denen den „Profis“ die Zeit fehlt, sollen die Helfer übernehmen. Vor allem Kinder und ältere Patienten benötigen soziale Kontakte.
„Highlight für Klinikaufenthalt“
Die leitende Heil- und Sonderpädagogin der St. Pöltner Kinderabteilung, Sabine Wagner-Simhandl, geht noch einen Schritt weiter: „Die Angehörigen und jungen Patienten sind dankbar, wenn sie wissen, dass noch jemand da ist, um vor dem Schlafengehen eine Geschichte vorzulesen oder etwas zu spielen.“ Handwerkliche Talente der Ehrenamtlichen beim Töpfern, Basteln und Co. könnten dabei sogar zum „Highlight des Klinikaufenthalts“ mutieren.
Talente und Kreativität einbringen
„Die Menschen möchten sich engagieren und können hier ihre Talente und Kreativität einbringen“, kehrt der Chef des Freiwilligencenters NÖ, Martin Lammerhuber, den sozialen Win-Win-Aspekt hervor: „Manche gehen gerne auf andere zu, die können den Weg weisen. Andere eignen sich zum Hände halten und spenden menschliche Wärme.“ Die LGA biete Helfern kostenlose Schulung, Verpflegung und Fahrkostenersatz“, ergänzt LGA-Vorstand Alfred Zens.
Spitalslandesrat Schleritzko startet den landesweiten Aufruf für das Pilotprojekt, das 2025 beginnt. Noch im Oktober gehe die neue Homepage online. Interessierte mögen sich bei den drei Pilot-Kliniken Tulln, Hollabrunn und St. Pölten oder bei der LGA direkt melden.
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