Einspurigkeit wird der Normalfall auf der baufälligen Luegbrücke beim Brenner. Die Asfinag will aber einen Verkehrsinfarkt unbedingt verhindern und setzt dafür auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen.
Um den Verkehrskollaps auf der Brennerautobahn im Zuge des Neubaus der Luegbrücke zu verhindern, hat die Asfinag ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt. Basis dafür ist ein Testlauf im Sommer mit Zweispurigkeit nur zu Stoßzeiten. Dafür mussten Lkw auf die linke Spur wechseln, um das Tragwerk zu entlasten (siehe Grafik).
Dieser Modus wird ab 1. Jänner beibehalten. Einspurigkeit ist der Normalfall, zwei Spuren in jede Richtung gibt es nur zu Ferienzeiten, in Summe an rund 170 Tagen. Ein genauer Fahrkalender ist in Ausarbeitung in Abstimmung mit dem Ministerium.
Totalsperre für Lkw in Planung
Ein Passus darin könnte wieder gehörig Aufregung bei der internationalen Frächterlobby verursachen: Denn an 15 Tagen ist eine Vollsperre der Brücke für den Lkw-Verkehr vorgesehen. Eine reine Dosierung reiche nicht mehr aus, das habe sich in der Testphase an verkehrsstarken Tagen gezeigt, erläutert Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele.
Weitere Maßnahmen vorgesehen
Der Fahrkalender enthält noch weitere Maßnahmen, um Verzögerungen und Staus zu verhindern und Gemeinden vor Ausweichverkehr zu schützen:
„Das Ergebnis ist eindeutig“
Im „Krone“-Interview erläutert Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele, wie es um den Zustand der in den 1960-er Jahren gebauten Brücke bestellt ist.
„Krone“: Herr Siegele, was hat die jüngste Bauwerksprüfung gezeigt?
Siegele: Sie hat gezeigt, dass das Tragwerk statisch entlastet werden muss. Die Einspurigkeit wird daher regelmäßige Verkehrsführung ab 1. Jänner sein. Nur so können wir die Brücke weiterhin sicher am Leben erhalten.
Was sind die Schlüsse aus der Testphase mit Zweispurigkeit?
Der Testlauf im Sommer hat gezeigt: Das Kreuzen des Verkehrs hat funktioniert. An vielen Tagen haben über 90 Prozent des Schwerverkehrs die neue Verkehrsführung befolgt. Allerdings wurde auch festgestellt, dass ab einer gewissen Anzahl von Schwerfahrzeugen pro Stunde die Kapazität dieser Verkehrsführung erreicht wird.
Damit war klar, dass es weitere Maßnahmen an ausgewählten Tagen braucht. Erkenntnis ist auch, dass ein Kontrollsystem vor Ort eingerichtet werden muss.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.