Die NGO Greenpeace hat am Montag das Fehlen des natürlichen Hochwasserschutzes in Österreich kritisiert. Das Budget für Autobahnen und Schnellstraßen sei seit 2002 deutlich höher gewesen als das für die Renaturierung von Gewässer.
„Österreich verbaut Böden, zwängt Flüsse ein und vergisst, der Natur ihren Raum zu lassen. Diese Fehlausgaben rächen sich jetzt“, sagte Greenpeace-Sprecherin Ursula Bittner. Insbesondere Niederösterreich sei ein Negativbeispiel. Dort wurde 2023 rund 500 Mal mehr Geld für den Straßenbau ausgegeben als für Gewässerrenaturierung. Unter Renaturierung wird das Rückführen von landwirtschaftlich oder industriell genutzten Flächen und Gewässern in einen naturnahen Zustand verstanden.
Die aktuelle Katastrophe zeigt laut Greenpeace, dass es zu wenig ist, auf passiven Hochwasserschutz wie Dämme und Rückhaltebecken zu setzen. „Die nächste Regierung muss deutlich mehr als bisher in natürlichen Hochwasserschutz investieren und der Natur ihren Platz zurückgeben, denn Renaturierung ist Hochwasserschutz.“
Österreich verbaut Böden, zwängt Flüsse ein und vergisst, der Natur ihren Raum zu lassen. Diese Fehlausgaben rächen sich jetzt.
Ursula Bittner, Greenpeace
Österreichs Regierung stellte im langjährigen Durchschnitt 5,6 Millionen Euro für die Gewässerrenaturierung bereit. Weitere Maßnahmen zum natürlichen Hochwasserschutz sind etwa nachhaltige Landwirtschaft und das Instandhalten von Natura-2000-Gebieten. Letztere sind ein Netz von Schutzgebieten für gefährdete Pflanzen- und Tierarten in der EU.
Zum Vergleich: Für Schnellstraßen und Autobahnen gab der Bund seit 2002 pro Jahr durchschnittlich 550 Millionen Euro an Steuergeldern aus. Das offenbare die falsche Prioritätensetzung, kritisierte Greenpeace am Montag in einer Aussendung.
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