Während der wohl zweitwärmste Sommer der österreichischen Messgeschichte einge Rekorde purzeln ließ, sind auch die Schäden in der Landwirtschaft enorm gestiegen. Die Hagelversicherung schätzt allein die Dürreschäden für heuer auf rund 150 Millionen Euro. Hinzu kommen aber auch noch später Frost im Frühjahr, Hagel, Sturm und Überschwemmungen.
„Aktuell beträgt der Gesamtschaden in der Landwirtschaft in Österreich (insgesamt, Anm.) 250 Mio. Euro, 150 Mio. Euro aufgrund der Dürre, 100 Mio. durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung“, erklärte Hagelversicherung-Chef Kurt Weinberger am Dienstag in einer Aussendung. Die Landwirtschaft fast überall außer im Westen stehe „durch die historische Anzahl an Hitzetagen vielfach vor vertrockneten Feldern“. Dürreschäden gibt es laut Hagelversicherung vor allem bei Mais, Sonnenblumen, Soja, Zuckerrüben und Grünland.
Schädlingsprobleme nehmen zu
Trotz Bewässerung leiden hitzeempfindliche Kulturen wie etwa Kohlgemüse stark unter Hitzestress, was laut Landwirtschaftskammer zu Ertragseinbußen von bis zu 80 Prozent führt. Bei Karotten, Zwiebeln und Zuckermais gibt es Mindererträge. Laut Landwirtschaftskammer-Chef Josef Moosbrugger nehmen Schädlingsprobleme in der ebenfalls Hitze zu. Kritik an Pflanzenschutzmitteln in dieser Situation hält er für „unverständlich und populistisch“.
Das volle Ausmaß der Schäden noch nicht sichtbar
Eine trockene Hitzeperiode ab Juli begünstigte die Getreideernte, schadete aber Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben, Sojabohnen und Sonnenblumen, die teils schon jetzt mit schlechten Erträgen geerntet werden. Das volle Ausmaß der Schäden werde erst nach der Ernte sichtbar, sagte der Landwirtschaftskammer-Chef.
Der trockene Hitzesommer 2024 bringt auch eine für Österreich verhältnismäßig geringe Weinerntemenge. Erwartet werden von der Landwirtschaftskammer rund zwei Mio. Hektoliter. Dauert die extreme Hitze und Trockenheit an, könnte es auch etwas weniger werden. Dafür werde aber eine sehr gute Qualität erwartet, sagte Weinbauverbandschef Johannes Schmuckenschlager am Dienstag. Die Durchschnittsernte der fünf Jahre davor betrug 2,41 Mio. Hektoliter.
Massive Ernteverluste beim Apfel
In der Obstbausaison 2024 gab es Frostereignisse im April, die zu Ernteverlusten führten. Beim Apfel, der wichtigsten Kultur im österreichischen Obstbau, wird nur ein Drittel der normalen Ernte erwartet. In den letzten zehn Jahren gab es nur zwei normale Erntejahre.
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