"Nichts für Mäderl"

Mali kann kommen: Österreicher sind “marschbereit”

Österreich
13.02.2013 17:00
In Mali setzen die Islamisten seit Kurzem auf Guerilla-Taktik: Gotteskrieger sollen ihre Hochburgen zurückerobern. EU-Militärs wollen deshalb die Armee in dem afrikanischen Land aufbauen. Ein Sanitätskontingent aus Österreich, bestehend aus sieben Männern und einer Frau, ist schon jetzt jederzeit marschbereit.

"Nichts für Mäderl" - so könnte man die Mission des Jagdkommandos scherzhaft umschreiben. Doch tatsächlich verbergen sich beinharter Drill und weltweite Kommandoeinsätze dahinter. Für spaßige Abenteurer ist dort kein Platz: Nur dank professioneller Ausbildung, eines perfekten Know-hows und eisernen Willens werden die Elitesoldaten zu arrivierten Militärprofis geschmiedet.

"Wissen, was uns erwartet"
So hat auch das achtköpfige Team, das Anfang März Richtung Mali aufbrechen soll, seine Feuertaufe bereits hinter sich: ob als Sanitäter am Golan, im Kosovo und im Iran oder als Militärbeobachter im Irak, in Georgien sowie Kuwait.

"Wir wissen sehr wohl, was uns im Wüstenstaat Mali erwartet", so Oberstleutnant Ulrike Winter (im Bild mit einem Kollegen bei einem Tsunami-Einsatz). Die ebenso charmante wie fronterfahrene 47-Jährige aus Salzburg kennt Bürgerkriege, Selbstmordkommandos und das Leid der Zivilbevölkerung seit Jahren. Als Veterinärmedizinerin wird sie im Feldspital Bamako für die Lebensmittelhygiene, Seuchen-Prophylaxe sowie die Trinkwasserkontrolle im Lager zuständig sein. 

Zur Seite steht ihr Dozent Klaus Wolff, Feldchirurg und Experte für Mienen- und Kriegsverletzungen (Bild 2). "Meine Mutter, meine Frau und auch mein achtjähriges Kind wissen, dass die Arbeit in Krisenregionen mein Job ist. Sorge gehört somit zum Alltag. Doch meine Familie kann sicher sein, dass ich kein unnötiges Risiko eingehe, um irgendwo den Helden zu spielen", sagt der 40-jährige Wiener bescheiden.

Einbeziehung in Gefechte nicht vorgesehen
Die Aufgabe der Österreicher besteht im Wesentlichen darin, das multinationale Ausbildungskontingent der EU zu unterstützen. Kurzum: Das Team des Jagdkommandos kümmert sich um die medizinische Versorgung aller Militärausbildner Malis. Die Einbeziehung in die blutigen Gefechte im Norden des Landes ist jedoch nicht vorgesehen.

Risikoreich wird der Einsatz in Mali aber auf jeden Fall. Erst vor wenigen Tagen hat das Terrornetzwerk Al-Kaida alle Islamisten per Hasspredigt zum "Heiligen Krieg" – also dem Dschihhad – in Mali aufgerufen (siehe Infobox). Außerdem befinden sich bereits jetzt unter den Tausenden Rebellen Hunderte, die bereit sind, für den Glauben in den Tod zu gehen. In Goa, einer Provinzstadt im Norden, haben am Sonntag zwei Selbsmordattentäter Anschläge auf die französische Truppe verübt.

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