Umfrage der AK

Jeder dritte Bankkunde ärgert sich über Gebühren

Wirtschaft
08.02.2013 12:08
"Was finden Sie gut bei Ihrem Konto und dem Zahlungsverkehr und was schlecht?" Diese Frage hat die Arbeiterkammer im Rahmen einer Umfrage gestellt. 335 Konsumenten ergriffen die Chance und machten ihrem Ärger Luft: Fast jeder Dritte beanstandet die vielen verschiedenen und zu hohen Gebühren und Spesen bei den Banken. Die AK fordert deshalb mehr Klarheit und bessere Informationen für die Kunden.

Die Befragten gaben Kommentare zu Spesen, Gebühren, Überweisungsdauer, IBAN, BIC, Online-Zahlungsverkehr, Sicherheitsbedenken, Informationspolitik und Service bei ihren Bankgeschäften ab. Laut Auswertung der AK fanden 72 Prozent kritische Worte. Immerhin fast 23 Prozent der Kommentare waren positiv. Bei fünf Prozent war weder eine positive noch negative Grundtendenz abzulesen.

Ärgern dich die Spesen und Gebühren der Banken? Stimm ab in der Infobox!

Die AK-Auswertung zeigt deutlich auf, dass sich fast jeder Dritte über die vielen verschiedenen und teuren Kontoführungsgebühren und Überweisungsspesen ärgert. Konkret geht es dabei etwa um hohe Zahlschein- und Bankomatgebühren, Spesen bei Auslandsüberweisungen und die Kosten für Transaktionen am Bankschalter. Unverständnis gibt es auch beim Umstand, dass trotz Verwendung von Selbstbedienungsautomaten bzw. Onlinebanking beachtliche Spesen anfallen können. Nur wenige loben Banken für "kostenlose Kontoführung" oder "kostenlose Überweisungen".

Lückenhafte Informationen
Kritisiert wird insbesondere auch die Informationspolitik der Geldinstitute: Die meisten der unzufriedenen Kunden fühlen sich schlecht informiert. So sei etwa auf den Kontoauszügen zwar viel Werbung, aber die Zinsangaben suche man vergeblich. Auch unübersichtliche und ungenaue Abkürzungen oder Bezeichnungen stören die Konsumenten. Die internationale Kontonummer IBAN (International Bank Account Number) finden viele zu lang und sehr umständlich einzugeben.

Sicherheit von Überweisungen infrage gestellt
Ein weiteres Thema, das die Konsumenten beschäftigt, ist die zu lange Überweisungsdauer. So werde das "Zwischenparken" des Geldes bei den Banken als unverständlich und nicht gerechtfertigt wahrgenommen. Zudem haben einige Zweifel an der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Überweisungen. Bei den wenigen positiven Kommentaren sticht der Online-Zahlungsverkehr hervor.

Klare Forderungen der AK
AK-Konsumentenschützer Christian Prantner fordert die Banken unter anderem dazu auf, die wichtigsten Girokontenpreise standardisiert darzustellen und Zahlungsverkehrsbegriffe verständlich zu erklären. Weiters spricht sich die AK dafür aus, dass das Internet-Banking kostenlos bleiben müsse und nicht mit Zusatzspesen belastet werden dürfe. Auch Bankomatbehebungen sollten nicht extra kosten.

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