


Dorf, Markt, Stadt: Spätestens vor 800 Jahren wurde St. Veit erstmals „civitae sancti viti“ genannt. Von dem Schriftstück aus 1224 wussten Historiker, doch wo es lag, war unklar.
„Einen Akt der Stadterhebung, ein exaktes Datum für eine Stadtwerdung gab es nirgends. Auch in St. Veit nicht“, weiß Historiker Stefan Regenfelder. Der älteste erhaltene Nachweis von St. Veit als „ville“, also als Dorf, stammt aus 1131. 1199 wurde das Dorf zum „forum“, zum Markt.
„Herzog Bernhard baute den Markt aus, eine Stadtmauer entstand, eine Münzstätte wurde errichtet, Maut wurde eingehoben, die Siedlung wuchs, wurde wirtschaftlich und kulturell immer wichtiger“, so Regenfelder über den Prozess, der ohne förmliche Stadterhebung irgendwann quasi automatisch im Wort civitae gipfelte. Der älteste Nachweis dieser Bezeichnung findet sich in einer Urkunde, die inhaltlich wenig spannend ist: 1224 übertrug Herzog Bernhard II. von Kärnten dem Kloster Spital am Semmering zwei Huben vom Gute Pulst. Als Ort der Unterzeichnung dieser Urkunde wird „civitae sancti viti“ genannt, die Stadt St. Veit.
„Man wusste von der Urkunde, aber nicht, so wie verwahrt wird“, so Regenfelder, der sich auf eine lange Suche gemacht hat. Im steiermärkischen Landesarchiv fand er ein Schriftstück, das eine Bankiersfamilie in Berlin um die Abschrift dieser Urkunde bittet. Alte Schriftstücke mit schönen Siegeln waren immer schon beliebte Sammlerstücke. Von Berlin kam die Urkunde zur Familie Waldstein nach Tschechien und liegt nun in einem Archiv in Prag.



Die Ausstellung im Rathaus zeigt auch die Entwicklung des Stadtsiegels: Jenes aus 1281 zeigt den heiligen Vitus in ganzer Größe, später wird er als Brustbild mit den beiden Türmen und zwei Sternen abgebildet – so wie er heute noch im Stadtwappen zu sehen ist.
„800 Jahre Stadt St. Veit sind schon etwas Besonderes“, freut sich Bürgermeister Martin Kulmer, in seiner Amtszeit das Jubiläum feiern zu dürfen.
Spannender Vortrag am 23. August zur Eröffnung
Die Ausstellung, die das Team des Museums St. Veit – Stefan Regenfelder, Michael Jaritz und Lydia Elek – gestaltet hat und in welcher der Besucher mittels QR-Code noch tiefer in die spannende Geschichte eintauchen kann, wird am Freitag, 23. August (18 Uhr), mit einem Vortrag von Historiker Martin Stermitz eröffnet und ist bis Jahresende bei freiem Eintritt in der Rathausgalerie zu sehen.
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