Werner Kogler war einmal …
… einer der beharrlichsten Aufdecker in der Causa Hypo Alpe Adria, der mit seiner Hypo-Tour Wirtshäuser in ganz Österreich füllte. Als die Grünen aus dem Parlament flogen, übernahm er, der sich in der zweiten Reihe immer wohler fühlte als in der ersten, das gesunkene Schiff, verzichtete ein Jahr lang auf sein Gehalt, weil die Grünen pleite waren. Im Jahr 2019 bestritt Kogler bis zur Selbstaufgabe ohne Wahlkampfteam gleich zwei energieraubende Wahlkämpfe (zuerst EU, dann Nationalratswahl) und schaffte das Comeback in Grün. Am Ende stand sogar die Regierungsbeteiligung. Kurzum: Kogler war ein grüner Held.
Von diesem Elan war beim ORF-„Sommergespräch“ nichts mehr zu merken. Dass der Grünen-Chef kein kommunikatives Feuerwerk liefern würde, war angesichts seines verschachtelten Redestils ohnehin klar.
Es kam aber noch schlimmer. Der Vizekanzler wirkte uninformiert, unvorbereitet (beim Thema Gesundheit stolperte er durch die Fragen), schaffte es nicht, abseits der Umweltthematik eine Botschaft zu setzen. Er wusste nicht einmal mehr, wann er in diesem Jahr das letzte Mal in der Kirche war. „Heuer, gar nicht – denke ich“, antwortete Kogler. Dabei war er erst vor zwei Monaten beim „Requiem“ im Stephansdom für die verstorbene Kanzlerin Brigitte Bierlein.
Wenn Kogler die Grünen über die 10-Prozent-Marke im Nationalratswahlkampf führen will, ist es höchste Eisenbahn, dass er sich auf die TV-Duelle vorbereitet. In so einer Form spielt ihn die Konkurrenz an die Wand.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.