Kritik von Deripaska
Russischer Milliardär: Krieg ist „verrückt“
Der russische Milliardär Oleg Deripaska hat den Krieg in der Ukraine überraschend kritisiert. Er sei „verrückt“. „Wenn man den Krieg beenden will, muss man zuerst den Beschuss stoppen“, sagte Deripaska auf einer Wirtschaftskonferenz in Japan.
Dort hatte er ausgerechnet als offizieller Vertreter Russlands teilgenommen. In einem Interview mit der japanischen Zeitung „Nikkei Asia“ forderte der Milliardär noch einen „sofortigen, bedingungslosen Waffenstillstand“. Deripaska ist einer der einflussreichsten und wohlhabendsten Unternehmer in Russland. Wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin wird er von westlichen Ländern sanktioniert.
Bereits vorher Kritik
Im Gegensatz zu anderen im Land gebliebenen Prominenten hat er sich bereits wiederholt kritisch über russische Politik geäußert (siehe Video oben), allerdings noch nie so deutlich wie in diesem Interview. So hatte Deripaska etwa unmittelbar nach Kriegsbeginn von einer Tragödie für beide Völker gesprochen und zum Frieden aufgerufen. Das Verdrängen westlicher Unternehmen aus Russland sei schädlich für die Wirtschaft.
Philosoph Dugin: „Dolchstoß“
Nach den jüngsten Aussagen wurde der Milliardär scharf vom russischen Philosophen Alexander Dugin kritisiert. „Das ist ein Dolchstoß in den Rücken unserer Streitkräfte und eine Unterstützung für die Terroristen der ukrainischen Armee, die in die Region Kursk eingedrungen sind. Bisher war Deripakas Position zur militärischen Spezialoperation unklar. Jetzt hat er seine Haltung klargemacht. Er steht auf der anderen Seite“, schrieb Dugin auf der Plattform Telegram.
Mit Spezialoperation wird der Krieg in der Ukraine bezeichnet. Deripaka war bei der Privatisierung von Aluminium- und Bergbaukonzernen nach dem Zerfall der Sowjetunion zu Reichtum gekommen.









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