Der Kärntner Mediziner und Extrem-Mountainbiker Rudolf Springer (65) radelte von Klagenfurt nach Rom – und brauchte dafür keine zwei Tage. Er schlief kurz auf der Straße, halluzinierte – aber erreichte den Petersdom bei Affenhitze.
Alle Wege führen nach Rom. Jener des Kärntners Rudolf Springer war ein brutal harter – nämlich auf seinem Mountainbike. Denn der bereits 65(!)-jährige Kieferchirurg startete am Mittwoch um 18.20 Uhr beim Klagenfurter Minimundus – die Destination: der Petersdom. Allerdings ohne Zwischenstopps – der einstige fünffache Weltmeister diverser 24-Stunden-Rennen fuhr beinahe durch.
Ich hatte nur sechs Liter Wasser, Akkus und Ladegeräte für Licht, Handy und Navi sowie ISO-Pulver und Mars, Snickers und Riegel mit.
Rudolf SPRINGER, Extremsportler
57 Minuten am Straßenrand geschlafen
Über Venzone, Venedig, Perugia und Cesena ging’s über das Apennin-Gebirge in die Ewige Stadt – bei 38 Grad und trotz sämtlicher Hitzewarnungen in Italien. „Kurze Stopps habe ich nur zum Wasser-Auffüllen gemacht“, so Springer, der sich ganz genau 57 Minuten Schlaf gönnte. „Das war am Boden neben der Straße zwischen Blumentrögen nach 33 Stunden Fahrtzeit vor Citta di Castello – ich habe dafür nicht einmal meinen Helm abgenommen.“
Dann ging’s weiter – inklusive Halluzinationen. „Die Sinne fangen aufgrund der Belastung an, Streiche zu spielen, du siehst Sachen, die nicht da sind – das waren alles Fata Morganas“, lacht der Mediziner.
Rückreise per Flixbus
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 km/h landete er dann nach 5110 Höhenmetern und 763 Kilometern nach insgesamt 42 Stunden um 12.40 Uhr in Rom – vor dem Petersdom. „Die Dusche danach im Hotel war so was von herrlich“, strahlte Springer.
Und die Rückreise? „Die war gemütlich im Flixbus“, grinst der Extremsportler, der schlussendlich mit vier Kilo weniger Körpergewicht wieder in Klagenfurt ankam.
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