„Wenn wir uns draußen begegnen, bringe ich dich um“, hatte der 24-jährige Angeklagte aus Somalia dem ÖBB-Mitarbeiter gedroht. Dafür kassierte der Arbeitslose am Montag bei Gericht einen Schuldspruch und seine bereits vierte Vorstrafe.
Ausgangspunkt der Eskalation Anfang Mai war nicht etwa ein fehlender Fahrschein, sondern eine Schildkappe. „Zuerst zeigte ich der Kontrolleurin meine Jahreskarte. Dann wollte sie meinen Ausweis sehen. Als sie mich aufforderte, meine Kappe abzunehmen weigerte ich mich“, berichtet der einschlägig Vorbestrafte bei seiner Einvernahme. Schließlich sei ein weiterer Zugbegleiter dazugekommen und habe gedroht die Polizei zu rufen. „Mir egal, ich warte, habe ich daraufhin gesagt. Das ist alles“, behauptet der Kappenträger weiter.
Die etwas andere Version
„Zuerst hat er uns mit den Worten ,Fuck you’ beleidigt und gesagt, dass er Steuern in diesem Land zahle und daher machen könne, was er wolle“, erzählt der Zeuge. Der unliebsame Fahrgast sei daraufhin aggressiv geworden und hätte sie wissen lassen, dass das das letzte Mal sei, dass wir mit ihm so reden würden. Dann sei die Drohung gefallen, bestätigt auch die ÖBB-Kollegin.
Richter Alexander Wehinger hat am Ende keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der beiden Zeugen und verurteilt den Somalier wegen gefährlicher Drohung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten und 720 Euro Geldstrafe. Den Schuldspruch begründet der Herr Rat so: „Ich glaube, Sie hatten sich persönlich angegriffen gefühlt, als Sie aufgefordert wurden, Ihre Kappe abzunehmen.“
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