Aus dem Gericht

Neun Jahre Haft für Drogendealer

Vorarlberg
12.07.2024 08:25

Ein Oberländer Dealer erstattete Selbstanzeige. Für seine „Altlasten“ gab es trotzdem eine lange Haftstrafe.

Geht ein Krimineller freiwillig zur Polizei, um reinen Tisch zu machen... Was wie die Steilvorlage für einen Flachwitz klingt, hat sich im Fall eines 25-jährigen Angeklagten tatsächlich so zugetragen. Frisch von der Leber weg erzählt er vor ein paar Monaten den erstaunten Beamten von seinen Drogengeschichten – und davon, wie er vergangenes Jahr mit weiteren Mittätern 1440 Gramm Kokain und 6 Kilo Cannabiskraut nach Vorarlberg schmuggelte und weitergab.

 
Mittäter sind bereits verurteilt und in Haft
Im Zuge seines Geständnisses gibt der damals selbst stark Kokainabhängige auch die Namen der Abnehmer preis. Zwei der Genannten wurde bereits der Prozess gemacht. Beide sitzen in Haft.

Im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch war am Freitag für den couragierten Oberländer die Stunde der Wahrheit. Staatsanwalt Heinz Rusch forderte zwar einen Schuldspruch im Sinne der Anklage, hatte aber auch Lob für den Beschuldigten übrig: „Es ist schon bemerkenswert, dass einer zur Polizei geht und sagt, hier bin ich und jetzt lege ich ein Geständnis ab.“ Doch Geständnis hin oder her. Nach kurzer Beratung fasst der Geläuterte für seine Altlasten neun Jahre Haft aus. Dabei hat der Mann noch Glück. Mit seinen vier einschlägigen Vorstrafen, Hafterfahrung und der Tatsache, dass seine jüngste Verurteilung noch gar nicht lange her ist, wäre ein Strafrahmen von bis zu 20 Jahren möglich gewesen.

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Ich habe so vielen Menschen Leid zugefügt. Das bereue ich sehr. Deshalb ist die Strafe auch völlig gerecht. Ich habe sie verdient.

Der Angeklagte einsichtig

Der frisch Verurteilte nahm das Urteil an und verblüffte mit seinem Schlusswort alle im Verhandlungssaal: „Ich habe so vielen Menschen Leid zugefügt. Das bereue ich sehr. Deshalb ist die Strafe auch völlig gerecht. Ich habe sie verdient.“ Das Urteil ist rechtskräftig. Wo der Vorarlberger seine Haft absitzen muss, steht noch nicht fest. Der Mann bleibt dennoch zuversichtlich: „Ich habe gehört, dass man im Gefängnis auch studieren kann.“

Porträt von Chantal Dorn
Chantal Dorn
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