Eskalation in Wien

Bandenkonflikt: Mann wegen Mordversuch in U-Haft

Wien
09.07.2024 16:20

In Wien ist am Dienstag ein Mann (29) in Untersuchungshaft gekommen, weil sich an einem Mordversuch beteiligt haben soll. Dieser steht im Zusammenhang zum aktuellen Bandenkonflikt. Dem Projektmanager wird vorgeworfen, mehrere Tschetschenen mit einem Auto zum Anton-Kummerer-Park (20. Bezirk) gebracht zu haben.

Dort sind Tschetschenen und Syrer am Freitagabend mit Holzlatten, Pfeffersprays, Messern und Schusswaffen aufeinander losgegangen. Drei Menschen wurden dabei verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der erste Verdächtige wurde am Samstag in Wien-Donaustadt festgenommen. Der 29-Jährige machte bisher keine Angaben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden eine Schreckschusspistole und elektronische Datenträger sichergestellt. 

Am Dienstag wurde die Untersuchungshaft bekannt gegeben, als Gründe wurden Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr angegeben. Die U-Haft ist vorerst bis zum 23. Juli befristet. Weitere Verdächtige befinden sich noch auf der Flucht.

Attacke von Maskierten
Die Polizei geht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der nächtlichen Messerstecherei in Meidling am Sonntagabend und der Massenschlägerei in Brigittenau am Freitagabend geben könnte. In Meidling mussten vier Personen zwischen 15 und 22 Jahren mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden, eine davon in einem kritischen Zustand. Bei der Befragung gaben sie an, von maskierten Männern mit Hämmern, Glasflaschen, Messern und Schusswaffen attackiert worden zu sein.

„Ehrgefühl spielt wichtige Rolle“
„Es handelt sich bei den Beteiligten der letzten Tage um ethnische Gruppen, in denen das Ehrgefühl eine sehr wichtige Rolle spielt“, sagte die Polizei am Dienstagnachmittag in einer Stellungnahme. Die „Kontrolle über den öffentlichen Raum“ sei immer wieder ein Motiv. „Insbesondere rivalisieren syrische und tschetschenische Gruppen in diesem Zusammenhang. Es gab im letzten Jahr mehrere Situationen, in denen versuchte Aussprachen zwischen diesen ethnischen Gruppen in geringerem Ausmaß als in den letzten Tagen eskaliert sind“, hieß es.

Zitat Icon

Insbesondere rivalisieren syrische und tschetschenische Gruppen in diesem Zusammenhang.

Wiener Polizei zu Bandenkonflikten

Zusammenhang zu Vorfall in Favoriten
So bringen die Beamtinnen und Beamten auch einen Vorfall im Arthaberpark in Favoriten in Verbindung mit den Vorfällen vom vergangenen Wochenende. Dort wurde am 3. Juni ein Tschetschene (30) niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Inzwischen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen, an den jüngsten Eskalationen soll er nicht beteiligt sein. Diese Tatverdächtigen konnten auch noch nicht gefasst werden.

Die Polizei soll jetzt an öffentlichen Orten verstärkt werden. (Bild: Andi Schiel)
Die Polizei soll jetzt an öffentlichen Orten verstärkt werden.

„Informationen aus sozialen Medien und Messengerdiensten werden umfassend in die laufende Bewertung der Lage und die kriminalpolizeilichen Ermittlungen einbezogen“, hieß es aus der Landespolizeidirektion am Dienstag. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte am Montag angekündigt, die Polizeipräsenz an öffentlichen Orten wie Parks zu verstärken.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Wien Wetter



Kostenlose Spiele