„Unser Publikum ist stetig angewachsen“, bilanziert Silke Dörner, Chefin des Theater Phönix, die vergangene Spielzeit. Dennoch ist die finanzielle Lage der bekannten Linzer Off-Bühne angespannt; zugleich überzeugt der neue Spielplan mit Stücken von Oscar Wilde oder Heinrich Böll. Auch Theatererlebnisse, maßgeschneidert für Schulklassen, sind dabei.
„Unser Stammpublikum ist uns treu und wir haben viel getan, um junge Menschen ins Theater zu bringen“, sagt Silke Dörner. Sie ist seit zwei Jahren künstlerische Leiterin des Linzer Theater Phönix, der wichtigsten Off-Bühne im Zentralraum.
Obwohl die Spielzeit, die nun zu Ende geht, noch mit coronabedingten Vorstellungsabsagen startete, konnte man gut aufholen: Rund 12.692 Besucherinnen und Besucher sahen sich 186 Vorstellungen an. Zu den „Magneten“ zählten u.a. Huxleys „Schöne Neue Welt“ und Nick Hornbys „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“, das ab 9. Oktober in der Spielzeit 2024/25 wiederaufgenommen wird.
Guter Zuspruch, dennoch ist es eng
Obwohl die Bilanz des Phönix „gefühlt“ gut ist, gibt Olivia Schütz, die kaufmännische Leiterin, zu: „Unsere Lage ist prekär, wir müssen jeden Euro umdrehen, wenn es um außertourliche Reparaturen oder Investitionen geht.“ Das Budget betrug rund 1,7 Millionen Euro, was für das Theater herausfordernd sei.
Eine Einmalzahlung von 50.000 Euro fürs Phönix, die die Stadt im Rahmen eines 250.000-Euro-Theaterpakets Ende Juni im Gemeinderat beschließen wird, diene „zum Stopfen“, so Schütz.
Ticketpreise werden nicht erhöht
Dennoch bleiben die Ticketpreise gleich. „Die letzte Spielzeit hat einen positiven Verlauf genommen, wir bleiben daher zuversichtlich“, lautet der Tenor. Aber das fixe Ensemble wird kleiner, denn Mirkan Öncel verlässt aus privaten Gründen die Bühne, seine Stelle wird nicht nachbesetzt. „Wir werden aber ihn und andere als Gastschauspieler engagieren“, sagt Dörner.
Neuer Spielplan ist vielfältig
Der neue Spielplan hat Chancen auf Erfolg, denn es sind „Klassiker“ dabei, die man lange nicht zu sehen bekam. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll hat am 19. September 2024 Premiere, „Bunbury“ von Oscar Wilde am 30. April 2025. Und Publikumslieblinge treten auf.
SOKO-Polizist in „Liebesbriefen“
Zwei Publikumslieblinge werden sich ab 23. Jänner 2025 in „Love Letters“ näherkommen, ein Stück von A.R. Gurney: Die Linzer Schauspielerin Gabriele Deutsch und Ferry Öllinger, der als Postenkommandant Kroisleitner in SOKO Kitzbühel berühmt wurde. Die beiden widmen die Produktion der im Vorjahr verstorbenen Phönix-Ikone Ingrid Höller, die ursprünglich hätte spielen sollen.
Weiters am Spielplan sind u.a. „Tempo“ von Felix Hafner (ab 5. Dezember 2024) und das Stationentheater „Eigentlich fehlt uns nur noch…“ (ab 20. Februar) zu sehen.
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