Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, ist ein Spaßvogel. Und mit 15 Millionen Steuergeld kann man gut lustig sein. Da hat er zum Auftakt, verkleidet mit roter Sturmhaube, die „freie Republik“ ausgerufen. Und mit 46 Einzelprojekten will er das größte Wiener Kulturfestival „politisieren“, wie er sagt.
Dazu inszeniert er nun „Wiener Prozesse“. Einer gegen die Corona-Politik hat schon stattgefunden. Nun findet der Prozess gegen die „Gefährdung der Demokratie“ statt. Und wer gefährdet die Demokratie? Natürlich, zumindest wenn es nach Milo Rau geht, der viel zitierte Rechtsruck – sprich Kickls FPÖ.
EINERSEITS darf Kunst heutzutage bekanntlich alles. Der Kunst ihre Freiheit!
ANDERERSEITS muss man schon fragen dürfen, wo endet künstlerischer Aktionismus, und wo beginnt politische Agitation? Und ein inszenierter Schauprozess, von dem man nicht so recht weiß, ist er Kabarett oder Tribunal, bei dem es letztlich wohl um das Verbot der wahrscheinlich stärksten demokratisch gewählten Partei des Landes geht, riecht nach Agitation.
Allzumal, wenn dort vorwiegend Gegner der Freiheitlichen zu Wort kommen – und das in Abwesenheit des Delinquenten. Und überdies sei die Frage erlaubt, warum geht’s nur um die FPÖ? Warum nicht auch um andere Parteien, etwa um jene, die sich unverhohlen auf ein verbrecherisches Regime, nämlich den Kommunismus, bezieht? Aber wie gesagt: Milo Rau ist ein Spaßvogel – ein ziemlich linker Spaßvogel.
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