Sorge um Polizisten

Messerattentat: Islamkritiker meldet sich nach OP

Ausland
01.06.2024 08:44

Auch einen Tag nach der blutigen Messerattackein der deutschen Stadt Mannheim sitzt der Schock noch tief. Der von der Polizei niedergeschossene Täter wurde operiert und ist zurzeit nicht vernehmungsfähig. Der bei dem Angriff verletzte Polizist schwebe indes „weiterhin in höchster Lebensgefahr“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Samstagfrüh. Unterdessen meldete sich ein weiteres Opfer, der Islamkritiker Markus Stürzenberger (59), nach überstandener Not-OP zu Wort. 

Der 59-Jährige schrieb auf dem Messenger-Dienst „Telegram“ an seine 7300 Follower, dass die zweieinhalbstündige OP in einer Klinik „gut verlaufen“ sei.

Fotos vom Tatort:

Islamkritiker bedankt sich bei den Ärzten
Stürzenberger: „Herzlichen Dank an alle beteiligten Ärzte, Chirurgen, weiteres medizinisches Personal und Pfleger. Und an alle Polizisten und Ordner der BPE, die sich dem Angreifer beherzt entgegenstellten. Ich hoffe, dass der Polizist mit dem Nackenstich und alle anderen Verletzten auch bald wieder wohlauf sind.“

Michael Stürzenberger wurde niedergestochen (Bild: AFP)
Michael Stürzenberger wurde niedergestochen

Der ehemalige CSU-Pressesprecher und Islamkritiker, der auch neun Jahre im Verfassungsschutzbericht („Verfassungsschutzrelevante Islamfeindlichkeit“) aufgeführt wurde, hatte am Freitagmittag an einer Kundgebung der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) auf dem Mannheimer Marktplatz teilgenommen. Er wollte laut Ankündigung von 12 bis 18 Uhr „Aufklärungsarbeit“ leisten.

Attentäter stammt aus Afghanistan
Gegen 11.35 Uhr zückte der Attentäter ein Messer und verletzte sechs Menschen verletzt, darunter einen Polizisten, der laut Auskunft seiner Kollegen „weiterhin in höchster Lebensgefahr“ schwebt. Zur Identität des Täters machten die Ermittler bisher keine Angaben. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um einen 25-Jährigen aus Herat in Afghanistan, der in Südhessen lebt.

Viele Fragen noch offen
Aus dem Landeskriminalamt heißt es, zahlreiche Fragen seien noch ungeklärt und Gegenstand der Ermittlungen. „Was ist das für ein Messer? Woher stammt das? Hat er das Messer gekauft?“ – über die Antworten darauf wolle man auch herausfinden, ob der Festgenommene die Tat geplant oder ob es sich um einen spontanen Angriff gehandelt habe. Die für politische Delikte zuständige Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt in dem Fall. „Was uns am meisten umtreibt, ist die Frage nach dem Motiv“, hieß es weiters aus dem LKA. Die Suche nach den Beweggründen des Täters sei bisher nicht vorangekommen.

Internet-Video zeigt Tatgeschehen
Schon kurz nach dem Angriff kursierte ein Video von der Tat im Internet: Darauf ist zu sehen, wie der Angreifer auf mehrere Menschen einsticht und Umstehende rufen: „Das Messer weg!“ Zu sehen ist auch, wie ein Beamter auf den Angreifer schießt. Mehrere Polizisten fixieren den Mann danach auf dem Boden. Nach Angaben von Polizei, Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt wurde nur ein Schuss abgegeben.

„Die Bilder sind furchtbar“
Die Tat sorgte deutschlandweit für Entsetzen. Auch Kanzler Olaf Scholz zeigte sich erschüttert. „Die Bilder aus Mannheim sind furchtbar“, schrieb er auf der Plattform X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern. Gewalt ist absolut inakzeptabel in unserer Demokratie. Der Täter muss streng bestraft werden.“

Auch Österreichs Politik reagiert auf Tat
Auch Österreichs Parteien reagierten bereits. Für FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker ist das Attentat das Ergebnis einer „gescheiterten europäischen Asyl- und Migrationspolitik“ der letzten Jahre. Es sei nicht hinnehmbar, dass man in einem demokratischen Land um sein Leben fürchten müsse, wenn man eine Kundgebung veranstalte. 

Auch Bundeskanzler Karl Nehammer äußerte sich zu dem Vorfall. „Die Bilder der Messerattacke in Mannheim sind entsetzlich. Verhetzung und Radikalisierung führen zu grausamen Gewalttaten auf offener Straße. Radikale werden immer radikaler, in Worten und in Taten“, erklärte Nehammer.

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