Kärntens ehemaliger Landeshauptmann und Ex-Verkehrslandesrat erinnert sich nach der Tauerntunnel-Tragödie im Gespräch mit der „Krone“ über die Bemühungen für eine zweite Tunnelröhre und wer das Projekt bombardierte.
„Zwei Ereignisse haben sich mir besonders eingeprägt“, erzählt Gerhard Dörfler im Gespräch über den Tauerntunnel. „Einmal war ich mit Freunden in Salzburg, geriet im alten Gegenverkehrs-Tunnel in einen Stau und einer der Autoinsassen sagte: Wenn’s jetzt hier brennen würde, dann gute Nacht“. Jahre später passierte das wirklich: „Genau an meinem Geburtstag, dem 29. Mai 1999“.
Wenn’s jetzt hier brennen würde, dann gute Nacht.
sagte ein Freund vor dem Unglück zu Dörfler
Kärnten und Salzburg zogen an einem Strang
Als es um den Ausbau auf zwei Tunnelröhren sowohl für Tauern- als auch Katschbergtunnel ging, war Dörfler zuständiger Landesrat. „Projekte haben mich immer gereizt. Vor allem, wenn sie nicht einfach waren“, sagt er. Und nennt Mitstreiter und Gegner. „Landeshauptfrau Gabi Burgstaller aus Salzburg hat sich klar für die Sicherheit ausgesprochen. Oder auch der damalige Bürgermeister von Trebesing, Hans Oberlerchner.“ Andere hingegen protestierten dagegen: „Die Grüne Eva Glawischnig etwa. Oder der Tiroler Fritz Gurgisser, der nach Rennweg gelockt worden war.“
Für Dörfler war der Ausbau ein Muss: „Um neuerliche Katastrophen zu verhindern. Und auch für Kärnten insgesamt. Wenn man etwa in Deutschland immer nur von den Staus hörte, war das ja schädlich.“ Seine Conclusio: „Umweltschutz und Proteste sind oft berechtigt. Aber Dagegensein ist kein Allheilmittel. Nicht auszudenken, was in der Zwischenzeit alles passiert wäre, wären die zweiten Röhren nicht gekommen.“
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