Viele Jahre musste die AUA auf die Erneuerung ihrer Langstrecke warten. Nun ist das erste neue Langstreckenflugzeug, der Dreamliner (OE-LPL), in der Luft. Die „Krone“ war bereits an Bord und durfte die Boeing 787-9 von Wien nach Marokko genauestens unter die Lupe nehmen. Außerdem wurde verraten, wieso man trotz zahlreicher Vorwürfe gegen den Boeing-Hersteller in den USA bedenkenlos in die Flieger der AUA einsteigen kann.
Die Boeing 787-9 hat Platz für insgesamt 294 Passagiere und kann eine Geschwindigkeit von rund 1000 km/h erreichen. Derzeit steht der Dreamliner noch weiß gekleidet in Schwechat in den Startlöchern. Doch warum fehlt bei dieser Boeing die Austrian Livery, also die rot-weiß-rote Bemalung?
„Da die Lackierung zu einem Zeitpunkt entschieden werden musste, als noch keine Kollektivvertrags-Einigung für das fliegende Personal bestand und somit die Wachstumspläne in Gefahr waren, wurde entschieden, das Flugzeug weiß zu lackieren“, erklärt Lara Maria Petritsch, Pressesprecherin der Austrian Airlines.
„Vogel“ soll zukünftig nach New York fliegen
Ab dem 15. Juni soll das knapp 63 Meter lange und rund 17 Meter hohe Langstreckenflugzeug in Richtung New York abheben.
Und für diesen Flug wurde fleißig geübt: Insgesamt 845 Flugbegleiter-Trainings wurden bis zum Erstflug durchgeführt. Von Februar bis August müssen etwa 66 Boeing-777-Piloten auf die 787 geschult werden.
Treibstoffersparnis von rund 20 Prozent
Ein zentraler Punkt ist auch die CO2-Emissionsreduktion: „Durch verbesserte Aerodynamik und modernere Triebwerke wird beim Dreamliner eine Treibstoffersparnis von etwa 20 Prozent gegenüber den Vorgängermodellen erreicht“, so Klaus Schludnig, Projektleiter der 787-Einflottung. Das bedeutet daher einen wichtigen Schritt in Richtung CO2-Reduktion von Flugreisen.
Neben der Freude über die beiden Dreamliner – der zweite Flieger wird Mitte Juni erwartet –, die bereits im Sommerflugplan dieses Jahres integriert sind, wird die Erweiterung der Flotte jedoch von schweren Anschuldigungen gegen Boeing aus den USA überschattet. Dort wird dem Hersteller ein lückenhaftes Sicherheitskonzept und Defekte bei diversen Flugzeugtypen vorgeworfen. Stellung möchte die AUA-Sprecherin dazu allerdings nicht nehmen.
Wir haben viele Prozesse in unserem System, mit denen wir frühzeitig Risiken und Mängel erkennen, noch bevor diese überhaupt auftreten können.
Klaus Schludnig, Projektleiter Einflottung 787
„Klar ist, dass unsere Boeing-Flotte aufgrund der hohen Sicherheitsphilosophie der gesamten Lufthansa-Gruppe über die gesetzlichen Anforderungen hinaus kontrolliert, gewartet und inspiziert wird“, betont Petritsch.
Mängel erkennen, bevor sie auftreten
„Wir haben viele Prozesse in unserem System, mit denen wir frühzeitig Risiken und Mängel erkennen, noch bevor diese überhaupt auftreten können. Das ist bei allen Flugzeugtypen der Fall“, versichert auch Schludnig gegenüber der „Krone“. Der Projektleiter betont außerdem: „Es wird zu jeder Zeit sichergestellt, dass die Lufttüchtigkeit eines Flugzeugs sichergestellt ist.“ Für den einen oder anderen Globetrotter darf es deshalb weiterhin heißen: einsteigen, zurücklehnen, abheben.
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