In der Regel verursacht das Herpesvirus unangenehme, aber harmlose Infektionen: Fieberbläschen, die von alleine wieder verschwinden. Bei einigen wenigen Menschen kann sich die Infektion jedoch auf das zentrale Nervensystem ausbreiten und eine Enzephalitis, eine schwere Entzündung des Gehirns, verursachen.
Bei kleinen Kindern ist die Diagnose oft schwierig, und ohne frühzeitige antivirale Behandlung kann die Enzephalitis schwere neurologische Schäden verursachen oder zum Tod führen. Eine Schwachstelle im Immunsystem lässt nämlich normalerweise harmlose Herpes-Viren in seltenen Fällen lebensbedrohliche Hirnentzündungen auslösen.
Forschende des Universitätsspitals Lausanne (Chuv) haben eine genetische Ursache im Zusammenhang mit der Interferonproduktion in Verbindung mit anderen Faktoren für diese Schwachstelle identifiziert, wie sie in einer Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ berichteten. Diese Entdeckung erweitere den Katalog an Gentests, die gefährdeten Personen angeboten werden könnten, teilte das Chuv mit.
Ohne Interferone hat Virus leichtes Spiel
Interferone sind ein Teil des Immunsystems. Es sind Proteine, die von infizierten Zellen produziert werden, um benachbarte Zellen zu schützen und die Ausbreitung des Virus im Körper zu begrenzen. Ohne Interferone kann sich der Herpes bis ins Gehirn ausbreiten, wo die Immunmechanismen eingeschränkt sind.
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