Corona machte viel Gusto auf Fischprodukte, 2022 trocknete der Absatz dann spürbar ein. Doch nun nimmt der Appetit wieder zu, die Hersteller von Tiefkühlware und Konserven sowie der Frischfisch-Handel haben Oberwasser. Ernährungstrends helfen dabei, aber es gibt auch erste vegetarische Alternativen.
„2023 hat sich der Konsum wieder erholt, und heuer im ersten Quartal lag der mengenmäßige Absatz von Tiefkühlfisch und Meeresfrüchten knapp über dem Vorjahr. Besonders auffällig sind Fischstäbchen mit 3,7 Prozent Zuwachs und Meeresfrüchte mit 9,1 Prozent“, freut sich Iris Ruschak, Marketingdirektorin von Iglo.
Zuletzt brachte die Fastenzeit sogar um die 20 Prozent Plus, im Sommer lässt der Appetit auf Tiefkühlware dafür regelmäßig nach. Ganz oben schwimmen die panierten Klassiker, aber inzwischen sind Naturfilets mit einem Verbrauch von 1,2 Millionen Kilo im Jahr schon fast ebenso beliebt.
Generell verspeisen wir ziemlich konstante rund sieben Kilo Fisch pro Person und sind damit weiter deutlich unter dem EU-Schnitt von 24 Kilo. Weltweit sind es rund 20 Kilo. Da aber die Bevölkerung zunimmt, geht auch das gesamte Fisch-Geschäft leicht hinauf. Etwa 5500 Tonnen stammen dabei aus heimischen Gewässern, das sind sieben Prozent unseres Verbrauchs.
Diese frische Ware schmeckt zusehends, weiß Christina Graubohm, Managerin beim Großhändler Metro. „Wir haben heuer Zuwächse. Mit dem Beginn der Grillsaison steigt der Absatz in der Ultra-Frische, denn Fisch wird immer beliebter als leichte Alternative.“ Metro ist europaweit größter Anbieter und hat bei uns 30 Süßwasser- und 70 Salzwasserarten auf den Kühltischen.
Wer es weniger mit Kochen hat, greift hingegen gerne zu Dosen. „27 Prozent der Österreicher konsumieren laut Umfrage so mindestens einmal im Monat Thunfisch. Das ergibt 83 Millionen Euro Umsatz, und dieser hat zuletzt um rund fünf Prozent zugelegt“, bestätigt Remmelt Jongkind, Europachef des Marktführers Vier Diamanten. „Wir haben in Österreich 43 Prozent Anteil und verkaufen zehn Millionen Dosen. Zehn Prozent davon machen Sardinen aus, 60 Prozent ist Thunfisch. Der schmeckt nicht so nach Fisch, hat keine Gräten, ist einfach zu verarbeiten und preiswert.“
Nach leichten Erhöhungen dürften die Preise heuer halten, so Jongkind. Gegenüber Billigmarken setzt man durchgehend auf nachhaltige Fischerei samt MSC-Gütesiegel.
Bei manchen frischen Sorten gib es sogar Verbilligungen gegenüber dem Vorjahr, so Metro-Expertin Graubohm. „Bei Lachs, Kabeljau, Scholle sowie Forellen bzw. Lachsforellen aus Italien waren es bis zu neun Prozent. Österreichische Fische haben sich preislich stabilisiert.“
Langsam richten sich die Hersteller jedoch auch auf den Trend zu fleischloser Ernährung ein. Bei Metro verweist man auf mehr Nachfrage nach veganen Alternativen vor allem bei Lachs sowie Fischstäbchen bei Konsumenten und auch in der Gastronomie. Iglo schickt „Green Cuisine Fisch-Stäbchen“ in die Tiefkühltruhen. Vier Diamanten arbeitet ebenfalls an Veggie-Varianten, die seien „aber noch nicht gut genug“.
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