Bereits Aristoteles hatte seine liebe Not mit der renitenten Jugend. Sie „ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen. Wenn ich die junge Generation anschaue, verzweifle ich an der Zukunft der Zivilisation“, wird ihm gern als klagendes Zitat zugeschrieben.
Es lag von jeher in der Natur des Menschen, dass die Jugend eher zur Revolution neigt als ältere Semester. Bei der diesjährigen Ö3-Jugendstudie beschleicht einen allerdings das Gefühl, dass 16- bis 25-Jährige statt auf Revolution auf gepflegte Spießigkeit setzen. Die heutige Jugend trotzt der Elterngeneration mit dem „Granny Lifestyle“. Zwei Drittel bevorzugen gemütliches Sofa-Surfen und frühe Schlafenszeiten statt wilder Disco-Nächte. Der Vegetarismus ersetzt immer öfter fleischliche Genüsse, und in der Liebe regiert die Treue. Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll, das war einmal.
Ein lautstarker Weckruf sollte allerdings sein, dass sich nur 14% dieser in der Corona-Zeit so oft vergessenen Gen Z von der Politik gut vertreten fühlt. Mit dem Vertrauen in die Politik ist es mit lediglich 19% ähnlich schlecht bestellt. Und die wahre Gefahr ist, dass unsere Politiker so nicht nur das Vertrauen in sie selbst, sondern auch in die Demokratie und die so notwendige Beteiligung an ihr verspielen.
Da wünscht man sich doch ein wenig mehr revolutionären Geist – sonst kann man wirklich an der Zukunft zweifeln. Die Schuld der Jugend ist das dann allerdings nicht . . .
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