Schwere Kämpfe
Hamas hat Kontakt zu Geisel-Bewachern verloren
Nach israelischen Luftangriffen hat die Hamas laut eigenen Angaben den Kontakt zu den Bewachern von vier Geiseln im Gazastreifen verloren. Darunter sei etwa der US-Israeli Hersh Goldberg-Polin, der vor etwa zwei Wochen in einem Hamas-Propagandavideo zu sehen war.
Wann und unter welchen Umständen es produziert wurde, bleib dabei unbekannt. Es war das erste Lebenszeichen des 23-Jährigen, der am 7. Oktober als einer der Besucher des Nova-Musikfestivals von Terroristen der Hamas gefangen genommen und in den Gazastreifen verschleppt wurde. Mehr als 250 Menschen wurden damals als Geiseln genommen, ein Teil kam inzwischen wieder frei, viele weitere sind vermutlich tot. Nun soll der Kontakt zu den Bewachern von vier von ihnen verloren gegangen sein.
„Explosionsgeräusche hören nicht auf“
Die israelische Armee kämpft derzeit sowohl im Süden als auch im Norden des Gazastreifens (siehe Video oben). So wurden am Montag die Angriffe auf Rafah an der Grenze zu Ägypten verstärkt. Anrainerinnen und Anrainer berichteten von dem Kapern einer wichtigen Verkehrsader und von Toten bei einem Luftangriff auf ein Haus. „Die Situation ist furchtbar und die Explosionsgeräusche hören nicht auf“, sagte ein 57-jähriger Bewohner.
Immer mehr Menschen würden Rafah verlassen, da sie nicht bis zur letzten Minute warten wollten, „falls Panzer plötzlich vordringen und ein Rückzug zu spät wäre.“ Das Palästinenser-Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) schätzt, dass bereits ungefähr 36.000 Menschen aus der Stadt geflohen sind, seit die israelische Armee vergangene Woche die Teil-Evakuierung angeordnet hatte. „Im Norden des Gazastreifens haben Bombardierungen und weitere Evakuierungsbefehle mehr Vertreibung und Angst für Tausende von Familien verursacht. Es gibt keinen Ausweg. Es gibt keine Sicherheit ohne eine Waffenruhe“, schreibt die Organisation auf der Plattform X.
Im Norden des Gazastreifens haben Bombardierungen und weitere Evakuierungsbefehle mehr Vertreibung und Angst für Tausende von Familien verursacht.
Palästinenser-Hilfswerk
Tote bei Angriffen im Norden
Bei Luftangriffen im Norden sollen in der Nacht auf Montag mindestens 20 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet worden sein. Laut der Bevölkerung wurden viele Häuser zerstört. Die humanitäre Krise verschärft sich. Laut dem Welternährungsprogramm (WFP) sind immer mehr Kinder im Gazastreifen unterernährt.
Am Montag haben rechtsextreme Israelis Hilfstransporte für die Zivilbevölkerung gestoppt und blockiert. Laut israelischen Medienberichten wurden vier von etwa hundert Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen, darunter auch ein Minderjähriger. Bei dem Protest wurden neun Lastautos beschädigt und Hilfsgüter von den Lkw gezogen. Kartons platzten auf, der Inhalt wurde über die Straße verstreut. Mehr als eine Million Menschen in der Region sind von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen und von Hunger bedroht.












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